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Deutlich mehr Flüchtlinge kehren freiwillig heim

Deutlich mehr Flüchtlinge kehren freiwillig heim

Immer mehr Flüchtlinge und abgelehnte Asylbewerber verlassen Deutschland wieder. Allein im ersten Quartal waren es 20 197 Menschen, fast drei Mal mehr als vor einem Jahr.

Die Zahl der freiwilligen Ausreisen von Flüchtlingen aus Deutschland hat sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdreifacht. Von Januar bis April wurden 20 197 Menschen durch ein entsprechendes Rückkehrprogramm von Bund und Ländern unterstützt, erklärte gestern ein Sprecher des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) und bestätigte damit einen Bericht des Magazins "Kommunal". Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte es demnach lediglich 6970 freiwillige Ausreisen gegeben. Im laufenden Monat betrug die Zahl der Bewilligungen bereits wieder rund 4000.

Unter den Rückkehrern seien abgelehnte Asylbewerber , geduldete Flüchtlinge und Menschen, die ihr Asylverfahren von sich aus abbrechen, hieß es. Das Förderprogramm finanziert Rückreisewilligen die Fahrtkosten und gewährt in bestimmten Fällen eine Starthilfe für den Neubeginn im Heimatland. Steigende Rückkehrerzahlen gab es vor allem bei Flüchtlingen aus Afghanistan, Iran, Irak sowie der Ukraine. Die meisten Rückkehrer kommen bislang allerdings aus den Balkanstaaten, speziell aus Albanien. Insgesamt lag die Zahl der freiwilligen Ausreisen im ersten Quartal 2016 deutlich höher als die der Abschiebungen (6813).

Eine Studie der Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat unterdessen ergeben, dass die überwältigende Mehrheit der Deutschen Flüchtlinge willkommen heißt. Nur etwa fünf Prozent teilen nicht den Standpunkt, dass vor Krieg und Verfolgung fliehende Menschen anderswo Zuflucht finden müssen, hieß es. Mehr als die Hälfte der Bundesbürger hätte dabei auch nichts gegen Flüchtlinge in der direkten Nachbarschaft, zehn Prozent würde n sie sogar zu Hause aufnehmen. In insgesamt 27 Ländern gaben im Schnitt 80 Prozent der Befragten an, Flüchtlinge ins Land lassen zu wollen. Die geringste Bereitschaft gibt es in Polen, Thailand und Russland. >