Der Triumph des Außenseiters

Washington. Die Müdigkeit steht dem Überraschungssieger bei den republikanischen Vorwahlen von Colorado, Minnesota und Missouri ins Gesicht geschrieben. Nach ein paar Stunden Schlaf taucht Rick Santorum mit Ringen unter den Augen im Morgenfernsehen auf. Der erzkonservative Katholik aus Pennsylvania hat keine Zeit zu verlieren, seinen Triumph im Mittleren Westen auszuschlachten

Washington. Die Müdigkeit steht dem Überraschungssieger bei den republikanischen Vorwahlen von Colorado, Minnesota und Missouri ins Gesicht geschrieben. Nach ein paar Stunden Schlaf taucht Rick Santorum mit Ringen unter den Augen im Morgenfernsehen auf. Der erzkonservative Katholik aus Pennsylvania hat keine Zeit zu verlieren, seinen Triumph im Mittleren Westen auszuschlachten."Ich denke, die Konservativen beginnen zu verstehen, dass wir am besten dazu geeignet sind, Präsident Obama zu schlagen", erklärte Santorum gegenüber CNN. Eine Breitseite gegen Mitt Romney und Newt Gingrich, die der kontroverse Ex-Senator bei den drei Vorwahlen am Dienstag deklassiert hatte. "Wir sind definitiv das Wahlkampfteam, das zurzeit den Rückenwind und den Enthusiasmus an der Basis hat." Dieser Analyse lässt sich nach den jüngsten Kapriolen des republikanischen Rennens um die Präsidentschafts-Nominierung kaum widersprechen. Die Ergebnisse in den drei wichtigen Wechselwähler-Staaten sprechen eine deutliche Sprache. In Minnesota setzte sich Santorum mit 45 Prozent durch. Romney ging hier abgeschlagen als Dritter mit ganzen 17 Prozent hinter dem Libertären Ron Paul über die Ziellinie. In Missouri schlug Santorum Romney mit 55 zu 25 Prozent. Zu einer ausgesprochenen Zitterpartie entwickelten sich die Abstimmung in Colorado. Santorum hatte am Ende auch hier die Nase mit fünf Prozentpunkten vorn. Der Verlierer trat am Wahlabend vor einen nicht einmal halb gefüllten Saal in Denver. In seiner hastig umgestellten Rede verhaspelte sich Romney, als er seinen "vielen Freunden" erklärte, er sei zuversichtlich, "als Nummer Eins, äh, oder Nummer Zwei" aus dem Nominierungsrennen hervorzugehen. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Ergebnisse noch nicht vor.

Analysten werteten den Ausgang der Vorwahlen im Mittleren Westen der USA als Zurückweisung Romneys, dem es trotz der Siege in Florida und Nevada nicht gelingt, die Basis aus Tea-Party-Anhängern und christlichen Fundamentalisten um sich zu scharen. Santorum kann nun mit Fug und Recht behaupten, vier von acht Vorwahlen bei den Republikanern gewonnen zu haben. Eine mehr als Romney und drei mehr als Newt Gingrich. Der Dreifacherfolg bringt dem ehemaligen US-Senator aus Pennsylvania nun nicht nur neue Aufmerksamkeit in den Medien, sondern auch frische finanzielle Ressourcen ein, die er dringend braucht, um am Super-Dienstag, dem 6. März, konkurrieren zu können, wenn in zehn Bundesstaaten gleichzeitig gewählt wird.

Romney könnte nun in eine Zweifrontenschlacht verwickelt werden. Mit Gingrich, der seine Basis im Süden hat, und Santorum im Mittleren Westen sowie in den alten Industriestaaten des Rostgürtels. Paul hat seinerseits versprochen, bis zum Ende um Delegierte zu kämpfen.

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