„Das ist eine direkte Invasion“

Moskau · Ohne Erlaubnis fahren 280 Lastwagen mit Hilfsgütern aus Russland nach Lugansk. Kiew spricht von einem Bruch des Völkerrechts, beißt aber wohl die Zähne zusammen – in der Hoffnung auf Zugeständnisse aus Moskau.

Vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen mit Russland fliegt Kanzlerin Angela Merkel (CDU ) heute nach Kiew . Dass sie sich auf diese Weise noch stärker persönlich einschaltet, birgt Chancen, aber auch Risiken:

Pro: Die Reise soll ein Zeichen der Solidarität mit der Führung um Präsident Petro Poroschenko sein, erklärt die Bundesregierung. Damit will Berlin seine seit Wochen laufende Krisendiplomatie noch einmal intensivieren. So soll der Gesprächsfaden zwischen Kiew und Moskau weiter stabilisiert werden, um doch noch Bewegung für einen Waffenstillstand zu erreichen - gerade vor dem Treffen Poroschenkos am Dienstag mit Kremlchef Wladimir Putin. Gesprochen werden soll auch über konkrete Hilfen für die Ukraine. Die Bundesregierung erwägt Hilfen für den Wiederaufbau.

Kontra: Dass Deutschland so demonstrativ die Ukraine unterstützt, könnte der Kreml als Provokation inmitten der Vermittlungsbemühungen werten. Zumal Merkel ausgerechnet einen Tag vor dem Feiertag kommt, an dem die Ukraine ihre Unabhängigkeit von der Sowjetunion vor 23 Jahren zelebriert. Dazu plant Poroschenko eine große Militärparade. Unkalkulierbar sind mögliche Wirkungen des symbolträchtigen Besuchs auf die Haltung der prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine. Kiew rechnet dort auch zum Merkel-Besuch mit Gefechten.

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