1. Nachrichten
  2. Politik

Corona-Variante Omikron: Virologe-Sorge und Rat zu Booster-Impfung

Rat zu Booster-Impfung : Neue Corona-Variante Omikron: Virologin zeigt sich besorgt

Die Münchner Virologin Ulrike Protzer ist besorgt über die im Süden Afrikas entdeckte neue Coronavirus-Variante. Die Variante B.1.1.529 könne dazu führen, dass sich das Virus schneller vermehre oder auch infektiöser werde, sagte Protzer am Samstag im Deutschlandfunk.

Auf die Frage, ob aktuelle Corona-Impfstoffe noch ausreichend gegen die neue Variante wirken, sagte die Virologin, möglich sei, dass Antikörper das Virus nicht mehr so effizient neutralisieren können. Frisch nach einer Impfung gebe es aber viele Antikörper – das reiche dann aus, um auch Varianteviren „wegzuneutralisieren“. Wenn die Impfung eine Weile her sei, könnten Auffrischungsimpfungen das Immunsystem „hochpushen“. „Und dann, davon gehen wir alle aus, sollte das wieder ausreichen“, sagte Protzer. Sie riet zugleich dazu, Booster-Impfungen mit den jetzt verfügbaren Impfstoffen vorzunehmen. Ob man später eine weitere Impfung brauche oder einen angepassten Impfstoff, könne man jetzt noch nicht sagen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte die Coronavirus-Variante Omikron am Freitag als „besorgniserregend“ ein. Viele Länder reagierten mit Beschränkungen im Flugverkehr. Wegen der Variante stuft die Bundesregierung Südafrika, Namibia, Simbabwe, Botsuana, Mosambik, Eswatini, Malawi und Lesotho ab Sonntag um Mitternacht als Virusvariantengebiete ein, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitagabend mitteilte.

Die Grünen-Europaabgeordnete Anna Cavazzini hat sich angesichts der neuen aggressiveren Corona-Variante B.1.1.529 für die Freigabe der Patente für Covid-Impfstoffe ausgesprochen. „Die EU ist der einzige große Wirtschaftsraum der Welt, der das bisher blockiert, und bringt sich selbst weltweit in eine Außenseiterposition“, sagte die Vorsitzende des Binnenmarktausschusses im Europäischen Parlament der „Welt“ (Samstag). „Die neue Variante zeigt, dass das Beharren auf dem Patentschutz uns auch in Europa im Kampf gegen Covid zurückwirft.“Die Patentfreigabe sollte auch Thema der WTO-Ministerkonferenz sein. Sie sollte am Dienstag in Genf beginnen, wurde aber in der Nacht zum Samstag auf unbestimmte Zeit verschoben. Viele Schwellen- und Entwicklungsländer sind vehement für die Freigabe, Deutschland und die EU-Kommission lehnen sie bisher ab.

(dpa)