China und Russland rüsten auf, Westen spart

Stockholm. Erstmals seit über einem Jahrzehnt sind die weltweiten Militärausgaben kaum gestiegen. In den einzelnen Ländern aber haben sich die Militärhaushalte 2011 sehr unterschiedlich entwickelt: Während der Westen unter dem Druck der Haushaltslöcher sparte, trieben China und Russland ihre Ausgaben fürs Militär in die Höhe, auch Saudi-Arabien legte zu

 Eine Militärparade mit Raketenwerfern in Peking. China rüstet massiv auf. Foto: dpa

Eine Militärparade mit Raketenwerfern in Peking. China rüstet massiv auf. Foto: dpa

Stockholm. Erstmals seit über einem Jahrzehnt sind die weltweiten Militärausgaben kaum gestiegen. In den einzelnen Ländern aber haben sich die Militärhaushalte 2011 sehr unterschiedlich entwickelt: Während der Westen unter dem Druck der Haushaltslöcher sparte, trieben China und Russland ihre Ausgaben fürs Militär in die Höhe, auch Saudi-Arabien legte zu. Das geht aus dem gestern veröffentlichten Bericht des Friedensforschungsinstituts Sipri (Stockholm International Peace Research Institute) hervor.Sechs der zehn Staaten mit den höchsten Militärausgaben mussten demnach kürzen: USA, Großbritannien, Frankreich, Indien, Deutschland und Brasilien. Deutschland gehört - gemessen am eigenen Militärhaushalt - zwar weiter zu den ersten Zehn weltweit, rutschte in der Länderliste aber vom achten auf den neunten Platz. Insgesamt sei der Militärhaushalt Deutschlands um 3,5 Prozent auf geschätzte 46,7 Milliarden Dollar geschrumpft. Die USA stehen weiter an der Spitze, vor China und Russland.

Insgesamt stiegen die Militärausgaben 2011 im Vorjahresvergleich preisbereinigt um 0,3 Prozent auf rund 1,74 Billionen US-Dollar (1,33 Billionen Euro). Dies war ein deutlich geringeres Wachstum als zuvor: Von 2001 bis 2009 hatten die Aufwendungen weltweit jedes Jahr im Schnitt um 4,5 Prozent zugelegt.

"Es ist zu früh, um zu sagen, ob die abflachenden Militärausgaben von 2011 eine langfristige Trendwende darstellen", sagte Sam Perlo-Freeman, Experte für Militärausgaben bei Sipri. Die Nachwehen der Wirtschaftskrise hätten in den USA und Europa den jahrzehntelangen Anstieg der Ausgaben gestoppt, sagte er. Bewertet wurden für den Bericht die Regierungsausgaben für das Militär, darunter fallen etwa die Gehälter der Truppen, Kosten für Einsätze und ihre Verwaltung sowie für Waffen. Rüstungsausgaben machen nach Sipri-Angaben in der Regel aber nur einen Bruchteil der Militärausgaben insgesamt aus.

 Militärparade mit Raketenwerfern in Peking. China rüstet massiv auf. Foto: Adrian Bradshaw/dpa

Militärparade mit Raketenwerfern in Peking. China rüstet massiv auf. Foto: Adrian Bradshaw/dpa

Die USA stehen mit einem Militärbudget von 711 Milliarden Dollar weiter an der Spitze - haben aber erstmals seit 1998 die Ausgaben gesenkt. Sie fielen preisbereinigt um 1,2 Prozent. Die USA halten nach dem Bericht einen Anteil von 41 Prozent an den weltweiten Militärausgaben. China kommt mit einem Anteil von gut acht Prozent an den globalen Militärausgaben auf Platz zwei, Russland folgt mit gut vier Prozent auf Rang drei. dpa

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