Carstensen setzt auf Koalition mit der FDP

Kiel. CDU und FDP können nach Hochrechnungen von ARD und ZDF in Schleswig-Holstein nur durch Überhangmandate mit hauchdünner Mehrheit regieren

Kiel. CDU und FDP können nach Hochrechnungen von ARD und ZDF in Schleswig-Holstein nur durch Überhangmandate mit hauchdünner Mehrheit regieren. Heftige Verluste bei der vorgezogenen Landtagswahl für die CDU von Ministerpräsident Peter Harry Carstensen, die ihr schlechtestes Ergebnis seit fast 60 Jahren einfuhr, wurden von großen Gewinnen der FDP wettgemacht, die auf einen historischen Höchstwert stieg.

Die SPD mit Ralf Stegner an der Spitze - bis zum Bruch der großen Koalition im Juli Regierungspartner der CDU - fällt auf das schlechteste Ergebnis in der Nachkriegszeit zurück. Die Linke zieht erstmals in das Landesparlament ein, das sechs Fraktionen umfasst. Trotz der starken CDU-Verluste äußerte sich Carstensen positiv: "Es ist knapp, aber es sieht so aus: Wir haben unser Wahlziel erreicht." Er gehe davon aus, dass die CDU mit der FDP das Land regieren kann. "Das ist gut, und das ist gut für unser Land."

Stegner zeigte sich enttäuscht: "Das ist heute ein bitterer Tag für die Sozialdemokratie. Wir hatten eine extrem schwere Ausgangslage durch den Koalitionsbruch." Die SPD sei darauf eingestellt gewesen, im Mai zu wählen. Zudem sei es bei einer historischen Niederlage im Bund unmöglich, im Norden deutlich anders abzuschneiden. "Wir werden uns Gedanken machen müssen", kündigte Stegner an.

Die Spitzenkandidaten der Grünen, Robert Habeck und Monika Heinold, äußerten sich erfreut. Habeck meinte: "Wenn es für Schwarz-Gelb nicht reicht, werden wir mit allen Gespräche führen."

Der Südschleswigsche Wählerverband SSW zeigte sich zufrieden. "Wir haben unser Wahlziel erreicht, mit drei Abgeordneten im neuen Landtag vertreten zu sein", sagte die Fraktionsvorsitzende Anke Spoorendonk. "Wir haben ein großartiges Ergebnis eingefahren", äußerte sich die Spitzenkandidatin der Linken, Antje Jansen.

Eine Regierungskoalition von CDU und FDP hätte Auswirkungen auf den Deutschen Bundesrat. Einschließlich der jüngsten schwarz-gelben Koalition in Sachsen kommen Union und FDP auf 33 der 69 Stimmen in der Länderkammer. Mit den vier Stimmen aus Schleswig-Holstein wären es 37, die Mehrheit liegt bei 35 Stimmen. dpa

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