Bundeswehr verstärkt Kosovo-Truppe

Belgrad/Berlin. Angesichts wachsender Spannungen vor der Kommunalwahl in Serbien am 6. Mai schickt die Bundeswehr zusätzliche Soldaten in den serbisch besiedelten Norden des benachbarten Kosovos. Die genaue Truppenstärke stehe noch nicht fest, sagte Hauke Bunks vom Einsatzführungskommando in Potsdam am Samstag. "Spiegel Online" sprach von 550 Mann

 Eine deutsche Patrouille auf einem Transportpanzer unterwegs im Kosovo. Foto: dpa

Eine deutsche Patrouille auf einem Transportpanzer unterwegs im Kosovo. Foto: dpa

Belgrad/Berlin. Angesichts wachsender Spannungen vor der Kommunalwahl in Serbien am 6. Mai schickt die Bundeswehr zusätzliche Soldaten in den serbisch besiedelten Norden des benachbarten Kosovos. Die genaue Truppenstärke stehe noch nicht fest, sagte Hauke Bunks vom Einsatzführungskommando in Potsdam am Samstag. "Spiegel Online" sprach von 550 Mann. Die Größenordnung dürfte grob stimmen, sagte Bunks. Die Entscheidung falle in den nächsten Tagen.Laut "Spiegel Online" werden die zusätzlichen Bundeswehrsoldaten von 150 Österreichern verstärkt. Der Kommandant der von der Nato geführten Kosovo-Schutztruppe KFOR hatte die Soldaten am Freitag angefordert. Die Nato hatte erst kürzlich ihre Kosovo-Truppe um 5300 Mann verkleinert, darunter 1300 der Bundeswehr.

Die Bundeswehreinheit steht als KFOR-Reserve in Bereitschaft und ist daher schnell zu mobilisieren. Sie muss Anfang Mai vor Ort sein, denn die Spannungen drehen sich um die beabsichtigte Teilnahme der Kosovo-Serben an den Kommunalwahlen im Nachbarland Serbien am 6. Mai.

Das Kosovo war vor vier Jahren von Serbien abgefallen und ist heute als unabhängiger Staat von fast 90 Staaten völkerrechtlich anerkannt. Serbien akzeptiert den Verlust seiner einstigen Provinz jedoch nicht. Die Serben im Nordkosovo laufen Sturm gegen alle Versuche der Kosovo-Regierung in Pristina, auch in ihrem Landesteil die Kontrolle zu übernehmen. In den vergangenen Tagen verschärften sich die Spannungen; ein albanischstämmiger Kosovare wurde bei einem Bombenanschlag im serbisch besiedelten Nordkosovo getötet. dpa

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