Bundesamt: Atommüll soll raus aus Asse

Bundesamt: Atommüll soll raus aus Asse

Hannover. Das einsturzgefährdete Atommülllager Asse in Niedersachsen gilt als eines der größten Umweltprobleme in Deutschland. Nach mehreren Gutachten steht nun fest, dass die 126 000 Fässer mit radioaktivem Abfall, die Hunderte Meter tief in dem alten Salzbergwerk liegen, herausgeholt werden sollen

Hannover. Das einsturzgefährdete Atommülllager Asse in Niedersachsen gilt als eines der größten Umweltprobleme in Deutschland. Nach mehreren Gutachten steht nun fest, dass die 126 000 Fässer mit radioaktivem Abfall, die Hunderte Meter tief in dem alten Salzbergwerk liegen, herausgeholt werden sollen.

Ein Projekt dieser Dimension habe es noch nicht gegeben, berichtete das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) am Freitag. Die Behörde hatte mehrere Wege zur endgültigen Stilllegung des Atommülllagers bei Wolfenbüttel (Niedersachsen) geprüft. Der Abtransport der Abfälle sei "die beste Variante", sagte BfS-Präsident Wolfram König. Vor einer endgültigen Entscheidung aber sollen Experten zunächst einige Lagerkammern unter Tage öffnen und den Zustand von rund 1000 bis 3000 Fässern untersuchen.

Bürgerinitiativen und Umweltschützer nahmen die Pläne zur Schließung der Asse überwiegend positiv auf. Unterdessen wächst der Druck auf die Energiekonzerne und Atomkraftwerk-Betreiber, sich an den Kosten der Umlagerung zu beteiligen.

Die Zeit für die Stilllegung des maroden Salzbergwerks drängt, da die Grube nach einem Gutachten nur noch bis zum Jahr 2020 standsicher ist. "Wir sind gefordert, sofort loszulegen", sagte BfS-Chef König, der von einer großen wissenschaftlich-technischen Herausforderung sprach. Ein Herausholen des gesamten Abfalls - größtenteils demolierte Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Stoffen - werde rund zehn Jahre dauern.

Zudem bestehe jederzeit die Gefahr, dass der Wassereinbruch in die Grube deutlich ansteigt und sich die Sicherheitslage verschlechtert. Täglich dringen rund 12 000 Liter Wasser von außen ein. Die Bergung der Fässer ist aus Sicht der Experten die beste Lösung. Bei den beiden anderen Varianten - Umlagerung der Fässer in andere Teile der Grube oder Verfüllen der Schachtanlage mit den Abfällen - ist fraglich, ob die notwendige Sicherheit nachgewiesen werden kann. dpa