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Briten denken positiv über Deutschland

Briten denken positiv über Deutschland

London. Auch über 20 Jahre nach der deutschen Einheit kann es schon mal vorkommen, dass englische Karikaturisten die deutsche Kanzlerin aufs Korn nehmen und Angela Merkel gern als Domina in Latex gekleidet und mit der Peitsche in der Hand zeichnen. Dass Merkel als die Zuchtmeisterin Europas auftritt, wird aber durchaus positiv gesehen

London. Auch über 20 Jahre nach der deutschen Einheit kann es schon mal vorkommen, dass englische Karikaturisten die deutsche Kanzlerin aufs Korn nehmen und Angela Merkel gern als Domina in Latex gekleidet und mit der Peitsche in der Hand zeichnen. Dass Merkel als die Zuchtmeisterin Europas auftritt, wird aber durchaus positiv gesehen. Die Politik der Kanzlerin in der Schuldenkrise wird allgemein begrüßt, verfolgt Großbritannien doch ebenfalls eine fiskalisch konservative Linie und hat sich ein striktes Sparprogramm auferlegt. Zwar hatte es vor knapp einem Jahr einigen Unmut ausgelöst, als CDU-Fraktionschef Volker Kauder tönte: "Europa spricht deutsch". Da wurden britische Urängste von einer deutschen Vorherrschaft berührt. Aber Nazi-Reflexe gegenüber Deutschland sind in der politischen Klasse schon lange out. Und in der Bevölkerung denken laut einer Umfrage der BBC vom Mai dieses Jahres 70 Prozent der Briten, dass Deutschland "einen hauptsächlich positiven Einfluss in der Welt" ausübt. Gerade bei der politischen Linken ist das Interesse am modernen Deutschland groß. Besonders bewundert wird das deutsche Wirtschaftsmodell. Großbritannien müsse mehr wie Deutschland werden, fordert zum Beispiel der Journalist Jonathan Glancey. Minijobs, Hartz IV, der Mittelstand und das duale Bildungssystem sind alles Bereich, wo sich das Königreich erfolgreiche Rezepte abgucken will. jw