Breivik plante noch größeres Massaker

Breivik plante noch größeres Massaker

Oslo. Der norwegische Attentäter Anders Behring Breivik hat weitaus mehr Menschen töten wollen als seine 77 Opfer. Er habe die gesamte norwegische Regierung und sämtliche Menschen auf der Insel Utøya umbringen wollen, schilderte der 33-jährige Rechtsextremist gestern vor Gericht

Oslo. Der norwegische Attentäter Anders Behring Breivik hat weitaus mehr Menschen töten wollen als seine 77 Opfer. Er habe die gesamte norwegische Regierung und sämtliche Menschen auf der Insel Utøya umbringen wollen, schilderte der 33-jährige Rechtsextremist gestern vor Gericht. Neben der knapp eine Tonne schweren Bombe im Regierungsviertel von Oslo, bei deren Explosion im vergangenen Juli acht Menschen getötet wurden, habe er weitere Anschläge auf den Sitz der regierenden Sozialdemokraten und ein drittes Ziel geplant, sagte Breivik. Ins Auge gefasst habe er unter anderem den Sitz der Zeitung "Aftenposten", das Parlament, das Rathaus und das Königsschloss. Als "Monarchist" habe er jedoch sicherstellen wollen, dass die Königsfamilie keinen Schaden erleide. Dagegen habe er geplant, die ganze Regierung einschließlich Ministerpräsident Jens Stoltenberg zu töten.Teil seines Plans sei es gewesen, nach den Bombenanschlägen mit einem Motorrad zu einem besetzten Haus, der Zentrale der Zeitung "Dagsavisen" und dem Sitz der Sozialistischen Linkspartei zu fahren und dort "so viele Menschen wie möglich hinzurichten". Stattdessen fuhr Breivik zum Jugendlager der Sozialdemokraten auf Utöya, dort starben 69 Menschen.

Zudem wollte Breivik auf Utøya auch die ehemalige Regierungschefin Gro Harlem Brundtland gefangennehmen, die an diesem Tag ursprünglich auf der Insel erwartet wurde, und sie nach dem Vorbild der Dschihadisten vor laufender Kamera enthaupten.

Auf die Anschläge vorbereitet hat sich Breivik nach eigenen Angaben schon seit Jahren. 2006 habe er ein Jahr lang bei seiner Mutter gelebt und dort bis zu 17 Stunden täglich das Videospiel "World of Warcraft" gespielt. Um seine Schießfähigkeiten auszubilden, spielte Breivik nach eigenen Aussagen den Ego-Shooter "Modern Warfare" und trainierte in einem Schießclub. afp