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Bouillon, der Baumeister

Bouillon, der Baumeister

Ob es eine Nummer kleiner auch getan hätte? Sicher. Rund um St. Wendel stehen keine Bundesliga-Sportler Schlange, die dringend eine Halle mit deutlich über 1000 Zuschauerplätzen bräuchten. Und dass bald jeden Monat ein Länderspiel im Nordsaarland stattfindet, ist auch nicht zu erwarten. Dennoch ist das Handeln der Stadt und von Bürgermeister Klär nachvollziehbar. Wenn sich eine so gute Gelegenheit bietet, muss er das Optimale rausholen. Sonst wäre er ein schlechter Bürgermeister.

Und Klär hat alle Chancen: Ein schwarzer Parteifreund als Landrat, einer als Minister und ein CDU-Mann an der Spitze des Sportverbandes: Besser könnten die Voraussetzungen für diesen "Schwarzbau" der besonderen Art nicht sein. Doch vor allem Bouillon ist dem gesamten Saarland verpflichtet - nicht bloß der Stadt, in der er über 30 Jahre Bürgermeister war. Da der Minister aber geschickt agiert und im Wahlkampf auch anderswo Millionen verteilte, kann man ihm seine ausgeprägte Heimatliebe nicht direkt vorwerfen. Die würde erst zum Problem, wäre es das jetzt - nach der Wahl - erst einmal gewesen mit der Hilfe des Landes für die vielen maroden saarländischen Hallen. Heikel würde es auch, sollten in St. Wendel die Kosten deutlich aus dem Ruder laufen, siehe Ludwigspark. Bouillon und Co. können nun beweisen, dass sie es besser können. Als möglicher neuer Bauminister umso mehr.