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Blutbad in Nizza löst weltweit Trauer und Entsetzen aus

Blutbad in Nizza löst weltweit Trauer und Entsetzen aus

Wieder hat ein Attentäter Frankreich in Verzweiflung gestürzt: Mit einem Lastwagen rast ein Tunesier in Nizza in eine Gruppe feiernder Menschen. Mindestens 84 Männer, Frauen und Kinder sterben. Die Hintergründe des Terror-Akts blieben zunächst rätselhaft.

Die Welt trauert mit Frankreich: Zum dritten Mal innerhalb von anderthalb Jahren wird das Land von einem brutalen Anschlag erschüttert. Ein 31-Jähriger reißt mindestens 84 Menschen in den Tod, die auf der Uferpromenade im südfranzösischen Nizza fröhlich den Nationalfeiertag ausklingen lassen. Unter den Opfern sind nach Angaben der Behörden auch zehn Kinder und Jugendliche. Mehr als 200 Menschen werden verletzt. Das Auswärtige Amt geht auch von deutschen Todesopfern aus. Zwei Schülerinnen und eine Lehrerin aus Berlin-Charlottenburg, die auf Klassenfahrt in Nizza waren, gelten als vermisst.

Bei dem Täter handelt es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft um einen Tunesier, der seit vielen Jahren in Nizza lebte. Der Mann sei bislang nur als Kleinkrimineller aufgefallen und den Geheimdiensten "völlig unbekannt" gewesen, sagte Staatsanwalt François Molins. Ein Bekennerschreiben gab es zunächst nicht. Nach Ansicht der Ermittler deutet aber viel darauf hin, dass der 31-Jährige von Mordaufrufen islamistischer Gruppen inspiriert wurde. Der dreifache Vater, der mit einem Lastwagen in die Menge gerast war, wurde von der Polizei erschossen.

Für Frankreich bedeutet der Anschlag - nur wenige Tage nach dem Ende der Fußball-Europameisterschaft - einen neuen Schock. Staatspräsident François Hollande mahnte am Tatort, der Terrorismus sei noch lange nicht besiegt. Der Ausnahmezustand, der in Frankreich seit den Pariser Anschlägen vom November gilt, wird nun nochmals um drei Monate verlängert.

Weltweit löste das Attentat Trauer , Wut und Entsetzen aus. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte den Anschlag scharf und sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus. US-Präsident Barack Obama sagte: "Wir stehen in Solidarität und Partnerschaft an der Seite Frankreichs, unseres ältesten Alliierten." Kanzlerin Angela Merkel appellierte, im Engagement gegen "blinden Fanatismus" zusammenzustehen. Auch Saarlands Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer sprach dem Nachbarland ihre Solidarität aus. Das Attentat sei "feige und grausam", so die Regierungschefin. Es mache umso betroffener, weil man noch am selben Tag "zusammen mit den französischen Freunden" gefeiert habe. > , 3: Berichte, : Meinung