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Bei der Schlichtung um Stuttgart 21 geht es heute erstmals um Fakten

Bei der Schlichtung um Stuttgart 21 geht es heute erstmals um Fakten

Stuttgart. Gegner und Befürworter des Bahnprojekts Stuttgart 21 wollen bei den Schlichtungsgesprächen heute erstmals über konkrete Inhalte sprechen. Thema der ersten Runde ist die Leistungsfähigkeit der geplanten unterirdischen Durchgangsstation anstelle des bisherigen Kopfbahnhofs

Stuttgart. Gegner und Befürworter des Bahnprojekts Stuttgart 21 wollen bei den Schlichtungsgesprächen heute erstmals über konkrete Inhalte sprechen. Thema der ersten Runde ist die Leistungsfähigkeit der geplanten unterirdischen Durchgangsstation anstelle des bisherigen Kopfbahnhofs. Die Verhandlungen im Stuttgarter Rathaus werden vom ehemaligen CDU-Generalsekretär Heiner Geißler geleitet und im Fernsehen, im Internet und auf einer Videoleinwand übertragen. Nach Einschätzung des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU) können etwa 40 bis 50 Prozent der Themen objektiv beleuchtet werden. Der Regierungschef wird an dem Treffen heute teilnehmen. Voraussichtlich am 3. Dezember sollen die Schlichtungsgespräche zu Ende gehen.

Bahnchef Rüdiger Grube (Foto: dapd) erhofft sich von der Schlichtung einen Meinungsumschwung zugunsten des Milliarden-Projekts. Er sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass ein Abwägen der Argumente in der Öffentlichkeit - insbesondere was Stuttgart betrifft - eine entsprechende Änderung in der öffentlichen Meinungsbildung bringt." Der Bahnchef unterstrich, dass er auch große Zustimmung zu dem umstrittenen Vorhaben bekomme. "Ganz viele wollen es."

Stuttgart 21 stößt inzwischen auch bundesweit auf Ablehnung. Mehr als die Hälfte der Deutschen (53 Prozent) ist dafür, dass die Arbeiten am Stuttgarter Hauptbahnhof gestoppt werden. Dies ergab eine repräsentative Umfrage für das Hamburger Magazin "stern". Demnach erklärten nur 33 Prozent der Bürger, die Arbeiten sollten wie geplant fortgesetzt werden; dieser Ansicht sind mehrheitlich die Wähler von Union und FDP. 14 Prozent der Befragten äußerten sich unentschieden. dpa