Beate Klarsfeld bereit zur Kandidatur als Bundespräsidentin

Beate Klarsfeld bereit zur Kandidatur als Bundespräsidentin

Berlin. Die Linke will möglicherweise die Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld gegen Joachim Gauck in das Rennen um das Bundespräsidentenamt schicken. Die 73-Jährige erklärte sich gestern über ihren Mann zu einer Kandidatur bereit

Berlin. Die Linke will möglicherweise die Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld gegen Joachim Gauck in das Rennen um das Bundespräsidentenamt schicken. Die 73-Jährige erklärte sich gestern über ihren Mann zu einer Kandidatur bereit. Ihr Mann Serge Klarsfeld sagte der WAZ-Mediengruppe, ein Duell mit Gauck habe vor allem wegen der unterschiedlichen Rollen der beiden bei der Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit ihren Reiz. Gauck stehe für die Aufarbeitung der Stasi-Tätigkeit, seine Frau für die Aufarbeitung der Nazi-Zeit. Heute will die Linke in einer Spitzenrunde über einen eigenen Personalvorschlag für das höchste Staatsamt entscheiden.

Mit Klarsfeld ist eine Kandidatin im Gespräch, die Potenzial hat, die eine oder andere Stimme aus anderen Parteien zu ergattern - und das ist das erklärte Ziel der Linken. Die heute 73-Jährige wurde durch eine Ohrfeige berühmt: Im Alter von 29 Jahren schlug sie 1968 auf einem CDU-Parteitag Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger ins Gesicht, weil der früher Mitglied der NSDAP war.

Später bemühte sich die gebürtige Berlinerin letztendlich erfolgreich um die Auslieferung des in Bolivien lebenden ehemaligen Gestapochefs von Lyon, Klaus Barbie. Nach der Verurteilung Barbies in Frankreich sprach sie vom "wichtigsten Ergebnis ihrer zahlreichen Aktionen".

Laut "Spiegel Online" hat die 73-Jährige bereits mit Parteichefin Gesine Lötzsch telefoniert und ihre Bereitschaft zur Kandidatur erklärt. Die Parteispitze wollte sich die Entscheidung trotzdem noch offen halten. Es galt gestern weiterhin als möglich, dass die Linke ganz ohne Kandidaten in die Bundesversammlung zieht. dpa

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