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Bahn droht erneut ein Chaos-Winter

Bahn droht erneut ein Chaos-Winter

Berlin/Saarbrücken. Bei der Deutschen Bahn drohen in diesem Winter bei Schnee und Eis wieder Zugausfälle und Verspätungen. Wegen erneuter Liefer-Verzögerungen bei den neuen ICE-3-Zügen könne die Bahn nicht die erhoffte Reserve-Flotte aufbauen, teilte gestern Technikvorstand Volker Kefer mit

Berlin/Saarbrücken. Bei der Deutschen Bahn drohen in diesem Winter bei Schnee und Eis wieder Zugausfälle und Verspätungen. Wegen erneuter Liefer-Verzögerungen bei den neuen ICE-3-Zügen könne die Bahn nicht die erhoffte Reserve-Flotte aufbauen, teilte gestern Technikvorstand Volker Kefer mit. Zuvor hatte der Hersteller Siemens eingeräumt, dass er die ersten acht ICE nicht wie zugesagt Anfang Dezember liefern kann. "Unsere Kunden fühlen sich von Siemens im Stich gelassen", kritisierte die Bahn.Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) ist nach den Worten seines Sprechers "stocksauer, weil feste Zusagen von allerhöchster Ebene nicht eingehalten worden sind". Im Mai hatte Ramsauer mit Bahnchef Rüdiger Grube und Siemens-Manager Hans-Jörg Grundmann den jetzt geplatzten Liefertermin festgezurrt. Nach der kurzfristigen Absage rechnet die Bahn frühestens in zwei Monaten mit dem Einsatz der neuen Züge. Fehlerhafte Computer-Programme für die Zugsteuerung müssten überarbeitet und nochmals geprüft werden, sagte Kefer: "Das geht nicht in Tagen oder Wochen."

Der für Fernverkehr zuständige Bahn-Vorstand Berthold Huber betonte, man habe "alles getan", um sich auf den Winter vorzubereiten. Er verwies auf Investitionen in Enteisungsanlagen und die Schneeräum-Flotte. Die acht Züge, die Siemens zum Start des Winterfahrplans einsatzbereit liefern wollte, seien zur Stabilisierung des Verkehrs vorgesehen gewesen. In den vergangenen Jahren hatte es wegen des Winterwetters zahlreiche Zugausfälle und Verspätungen gegeben.

Auf die ICE-Verbindung von Frankfurt über Saarbrücken nach Paris hat die verzögerte Auslieferung im regulären Fahrplan keine Auswirkungen. Die Züge seien auf der grenzüberschreitenden Strecke nicht eingeplant gewesen, sagte ein Bahn-Sprecher auf SZ-Anfrage. Indirekt könnten aber auch Passagiere im Saarland von Verspätungen im überregionalen Bahnverkehr betroffen sein. Ralf Damde, Landeschef der Eisenbahn-Gewerkschaft, warnte vor Anschluss-Problemen beim Umsteigen auf den Fernverkehr in Mannheim. , A 4: Meinung afp/mast/ts

Foto: dapd