Verhinderung von ungeregeltem Brexit: Letzte Chance von Boris Johnson

Verhinderung von ungeregeltem Brexit : Johnsons letzte Chance

Vielleicht sind es nur die wenigen hartnäckigen Optimisten, die daran glauben wollen, dass man nicht mit leeren Händen kommt, wenn man zum Mittagessen eingeladen wurde. Aber Boris Johnson ignoriert auch diese Benimm-Regel.

45 Tage vor dem Brexit-Datum Ende Oktober rollt auf die Europäische Union und das Vereinigte Königreich eine „kontinentale Katastrophe“ zu, wie es EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Wochenende noch einmal betonte. Beide Seiten wissen, dass nur ein Deal dies verhindern kann. Dabei scheint die EU bereit, wirklich alles zu tun, damit der Austritt glimpflich verläuft. Wenn aber Boris Johnson Mitte Oktober auf dem Europäischen Gipfel in Brüssel nicht ein einigungsfähiges Konzept vorlegt, das den Eckpunkten der EU gerecht wird, beißt er auf Granit.

Natürlich bräuchte auch das Europäische Parlament noch Zeit, um einen kurzfristig geschlossenen Deal zu beraten und zu ratifizieren – aber jeder weiß, dass man sich davon nicht bremsen lassen würde, wenn es nur gelänge, die Katastrophe zu verhindern. Zumal nur eine Einigung der geeignete Boden wäre, auf dem London und Brüssel dann anschließend die beiderseitigen Beziehungen aushandeln könnten. Wie dies nach einem Austritt ohne Abkommen ablaufen soll, mag sich niemand ausmalen.

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