Türkisches Militär beobachtet Rückzug der Kurden aus Nordsyrien

Kampfpause gilt noch bis Dienstagabend : Türkisches Militär beobachtet Rückzug der Kurden aus Nordsyrien

) Kurdische Kämpfer ziehen sich laut dem türkischen Militär aus Nordostsyrien zurück. Mindestens 125 Fahrzeuge mit Kämpfern hätten das umstrittene Gebiet verlassen, teilte das Militär am Montag mit.

36 Mal sei bislang gegen die auf fünf Tage angelegte Feuerpause verstoßen worden, unter der die Kurden die Region verlassen sollen. Vorwürfe kamen auch von der anderen Seite: Die Türkei habe trotz der Pause ein Dorf unter Beschuss genommen, kritisierte ein ranghoher Vertreter der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF), Redur Chalil.

Die Türkei hat kurdische Milizen zum Rückzug aus einem 120 Kilometer langen und 30 Kilometer tiefen Streifen entlang der Grenze aufgefordert. Ankara sieht in den syrisch-kurdischen Kämpfern Terroristen, stattdessen will sie syrische Bürgerkriegsflüchtlinge in die Region umsiedeln. Die USA haben eine Kampfpause zwischen den beiden Seiten ausgehandelt, sie gilt noch bis Dienstagabend.

Die Kurden folgten den Vorgaben der Kampfpause, sagte Chalil. Die von Kurden geführten SDF bereiteten sich auf das Abschließen des Rückzugs vor. Die USA hätten von der anderen Seite, der Türkei, aber nicht verlangt, sich an die Vereinbarung zu halten. Chalil forderte Mittel auf internationaler Ebene, um kurdische Anwohner zu schützen, die auch nach dem Rückzug der Kämpfer in der Region wohnen wollen. Was etwa die von Kurden dominierte Stadt Ras al-Ain angeht, haben sich die meisten Zivilisten dort dem Rückzug angeschlossen. Sie fürchten Vergeltungsschlage von Kämpfern an der Seite der Türkei.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu beschuldigte dagegen kurdische Gruppen, die Feuerpause Dutzende Mal verletzt zu haben. Ein türkischer Soldat sei dadurch ums Leben gekommen. Die Türkei habe die Angriffe vergolten. Er drohte mit einer Wiederaufnahme der Militäroffensive, sollten die Kurden nicht bis Dienstagabend abgerückt sein.

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer will derweil Bündnispartner und Konfliktparteien in Nordsyrien für eine international kontrollierte Sicherheitszone gewinnen. Einen entsprechenden Vorschlag habe sie am Montag mit Kanzlerin Angela Merkel abgestimmt und westlichen Verbündeten unterbreitet, sagte die CDU-Vorsitzende. Sie werde ihn am Rande des Treffens der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel am Donnerstag und Freitag mit Amtskollegen besprechen. Über eine mögliche Beteiligung der Bundeswehr müsse der Bundestag entscheiden. Dies werde das Verteidigungsministerium dann mit der Bundeswehr auch umsetzen.

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