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Putsch: Militär setzt den Präsidenten vom Sudan, Omar al-Baschir, ab

Putsch : Militär setzt Sudans Präsidenten ab

Dem Putsch gingen monatelange Massenproteste in dem afrikanischen Land voraus.

Das Militär im Sudan hat Präsident Omar Al-Baschir nach fast 30 Jahren an der Macht abgesetzt. Für zwei Jahre werde es eine von den Streitkräften geführte Übergangsregierung geben, sagte der bisherige Verteidigungsminister Awad Ibn Auf gestern in einer Fernsehansprache. Damit solle der Weg für Wahlen bereitet und sichergestellt werden, „dass die Menschen im Sudan in Würde leben können“, sagte er. Al-Baschir sei festgenommen worden. Er befinde sich an einem „sicheren Ort“, erklärte er. Ibn Auf, der auch Vizepräsident war, wird die neue Militärregierung anführen.

Für drei Monate gelte zunächst der Ausnahmezustand und für einen Monat eine nächtliche Ausgangssperre, erklärte der Minister weiter. Der sudanesische Luftraum sei für 24 Stunden geschlossen. Alle politischen Gefangenen würden freigelassen. Zudem erklärte er eine Waffenruhe im ganzen Land – dies würde wohl auch die Unruheregion Darfur einschließen.

Die Anführer der Massenproteste, die Al-Baschirs Herrschaft ins Wanken gebracht hatten, verurteilten den Putsch der Streitkräfte jedoch und forderten eine zivile Übergangsregierung. Die Sitzblockade vor der Zentrale der Streitkräfte in der Hauptstadt Khartum und Proteste in den Straßen sollten weitergehen, forderte die Opposition in einer gemeinsamen Mitteilung auf Facebook.

Dem Putsch waren monatelange Massenproteste vorausgegangen: Im Dezember gingen die Menschen auf die Straße, um gegen die Erhöhung von Benzin- und Brotpreisen zu protestieren, schon bald forderten die Demonstranten aber auch den Rücktritt von Präsident Al-Baschir. Den Protesten hatten sich erstmals breite Bevölkerungsschichten angeschlossen.