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Nordkorea testet wieder Raketen

Kritik an Militärübung : Nordkorea testet wieder Raketen – Trump schickt Brief an Kim

Obwohl das Land mit den Waffentests gegen UN-Resolutionen verstößt, würdigt der US-Präsident sein gutes Verhältnis zu Machthaber Kim Jong Un.

Die selbst erklärte Atommacht Nordkorea hat zum dritten Mal in diesem Monat Raketen getestet. Zwei Geschosse seien am Samstag kurz hintereinander aus dem Westen Nordkoreas über das Land hinweg in Richtung Ostmeer (Japanisches Meer) geflogen, teilte der Generalstab in Südkorea mit. UN-Resolutionen verbieten Nordkorea solche Tests. Die Staatsmedien des isolierten Landes berichteten unterdessen am Sonntag, US-Präsident Donald Trump habe in einem Brief an Machthaber Kim Jong Un eine Zusammenarbeit bei der Seuchen-Bekämpfung angeboten.

Die höchste Kommandobehörde Südkoreas kritisierte die Waffentests des nördlichen Nachbarlandes als „höchst unangemessene Aktion“. Sie würden zu einer Zeit durchgeführt, in der die Lungenkrankheit Covid-19 weltweit Schwierigkeiten bereite. Nordkorea selbst hat bisher trotz seiner Nachbarschaft zu China, wo das Coronavirus zuerst entdeckt worden war, keinen Infektionsfall gemeldet.

Deutliche Kritik an Nordkoreas jüngster Demonstration militärischer Stärke kam auch aus Berlin: „Die Bundesregierung verurteilt den heutigen Test zweier ballistischer Kurzstreckenraketen durch Nordkorea mit Nachdruck“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Samstag. Nordkorea habe damit erneut gegen seine Verpflichtungen aus einschlägigen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats verstoßen. Nordkorea ist wegen seines Atomwaffenprogramms harten internationalen Sanktionen unterworfen.

Nordkoreas Staatsmedien berichteten am Sonntag, taktische Lenkwaffen seien am Vortag unter den Augen Kims und auf dessen Befehl hin abgefeuert worden. Demnach sollte der Test dem Nachweis der Leistungsstärke eines neu entwickelten Waffensystems dienen. Den Angaben Südkoreas zufolge flogen die Raketen bei einer Höhe von bis zu 50 Kilometern etwa 410 Kilometer weit.

In seinem jüngsten Brief an den nordkoreanischen Machthaber habe der US-Präsident seine Pläne dargelegt, die Beziehungen zwischen beiden Ländern voranzutreiben, hieß es in einer Erklärung von Kims einflussreicher Schwester Kim Yo Jong. Trump habe auch seine Absicht für eine Zusammenarbeit bei den Anti-Epidemie-Bemühungen geäußert. Der US-Präsident hofft, die seit Monaten stockenden Nuklearverhandlungen mit Nordkorea wieder aufnehmen zu können. Er baut dabei auch auf sein gutes Verhältnis zu Kim Jong Un, mit dem er sich bereits dreimal getroffen hat. Ihr Gipfel im Februar 2019 in Vietnam scheiterte jedoch. Die beiden Seiten konnten sich damals nicht auf einen Fahrplan zur atomaren Abrüstung durch Pjöngjang verständigen.