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Atomkonflikt: Nordkorea lenkt im Streit um Raketentests offenbar ein

Atomkonflikt : Nordkorea lenkt im Streit um Raketentests offenbar ein

China spricht von „Wendepunkt“ in dem Konflikt.

Im Atomkonflikt mit den USA rückt Nordkorea offenbar vorerst von seinen Angriffsplänen auf die Umgebung des US-Außengebiets Guam ab. Er wolle das Verhalten Washingtons „noch etwas länger beobachten“, sagte der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un gestern nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA.

Demnach ließ sich Kim am Montag vom Militär ausführlich über die Pläne informieren, Raketen in Richtung der Pazifikinsel Guam abzuschießen, auf der die USA mehrere Stützpunkte unterhalten. Anschließend kündigte er demnach an, die Pläne für derartige Tests zunächst zurückzuhalten. Gleichzeitig rief er die USA auf, alle Provokationen gegen sein Land „sofort“ zu stoppen, andernfalls werde Nordkorea seinen Angriffsplan umsetzen. Um die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel zu entschärfen und einen „gefährlichen militärischen Konflikt“ zu vermeiden, müssten die USA als erste „eine geeignete Option“ unterbreiten und darauf Taten folgen lassen, wurde Kim zitiert.

Damit spielte er möglicherweise auf großangelegte Militärmanöver der USA und Südkoreas an, die noch in diesem Monat beginnen sollen. Pjöngjang hat derartige Übungen in der Vergangenheit immer wieder verurteilt und im Gegenzug für ein Ende der Militärmanöver ein Moratorium für weitere Atom- und Raketentests angeboten. Washington und Seoul halten aber an den Übungen fest.

Beobachter werteten Kims Äußerungen von gestern als Zeichen der Deeskalation. Auch China sprach von einem „Wendepunkt“ in dem Konflikt. Jetzt sei die Zeit gekommen, um „zu Friedensgesprächen zurückzukehren“, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking. Es komme nun darauf an, dass alle Beteiligten „dazu beitragen, das Feuer zu löschen, anstatt Öl ins Feuer zu gießen“.

Auf dem US-Außengebiet Guam lösten die jüngsten Äußerungen Kims Erleichterung aus. Beamte sprachen von „beinahe ekstatischen“ Reaktionen, nachdem der nordkoreanische Machthaber von seinen Drohungen abgerückt sei.

(AFP)