Nach Trump-Telefonat mit Amtskollege Wlodymyr Zelensky machen die Demokraten Druck.

Biden fordert Wortlaut des Telefonats von Trump mit der Ukraine : Demokraten machen Druck im Weißen Haus

Drei US-Kongress-Ausschüsse wollen Trumps Telefonat mit dem Präsidenten der Ukraine untersuchen.

US-Präsident Donald Trump hat am Samstag von einer „fabrizierten Geschichte“ der „Fake News“-Medien gesprochen und einer „perfekten guten und routinemäßigen Konversation“, die er am 25. Juli mit dem Präsidenten der Ukraine hatte. Doch ein bisher namentlich unbekannter Informant der US-Geheimdienste, der den Inhalt des Telefonats kennt, und Vertreter der US-Demokraten sehen das anders. Teile der Opposition betrachten das, was Trump Berichten zufolge gefordert haben soll, sogar als amtsenthebungswürdiges Verbrechen: Dass die Ukraine seinen gefährlichsten politischen Gegner, den Präsidentschaftsbewerber Joe Biden, aufgrund der Tätigkeit seines Sohnes Hunter für ein ukrainisches Gasunternehmen untersuchen und dabei die Ukraine mit Trumps Rechtsanwalt Rudolph Guiliani zusammenarbeiten solle.

Nach dem für sie enttäuschenden Kongress-Auftritt von Sonderermittler Robert Mueller, der die Verbindung des Trump-Lagers zu Russland im Wahlkampf 2016 untersucht hatte, wittern die Demokraten Morgenluft. Noch ist der Wortlaut des Trump-Telefonats mit seinem Amtskollegen Wlodymyr Zelensky nicht bekannt. Doch die Demokraten machen Druck. Drei Kongress-Ausschüsse wollen sich nun mit dem brisanten Thema befassen. Joe Biden forderte am Wochenende vom Weißen Haus die Freigabe der Telefonat-Mitschrift. „Wir müssen wissen, warum Trump am Telefon mit einem ausländischen Staatsmann war und versucht hat, diesen einzuschüchtern“, sagt Biden. Der Begriff „einschüchtern“ bezieht sich auf die Vermutung, dass Trump direkt oder über Mitarbeiter das Zurückhalten von US-Militärhilfe über 250 Millonen Dollar angedroht haben soll, falls die Ukraine nicht Biden und dessen Sohn ausforsche. Berichten zufolge soll die Überweisung an Kiew erst Anfang September stattgefunden haben. Biden bezeichnete diese Fakten am Wochenende als „glasklare Korruption zum Zweck einer persönlichen Rache“ des Präsidenten. Andere Demokraten argumentieren: Nachdem Trump bereits 2016 von Russland profitiert habe, suche er nun die Hilfe der Ukraine für seine Wiederwahl 2020.

Trumps Anwalt Rudolph Giuliani hatte am Donnerstag gegenüber dem liberalen Sender CNN bestätigt, im Auftrag des US-Präsidenten die Ukraine aufgefordert zu haben, mögliche Korruptionsvorgänge zu untersuchen. Ob Trump direkt dieses Thema mit Zelensky besprochen habe, wisse er aber nicht. Doch Trump hätte als Präsident „jedes Recht gehabt, es zu tun“, so Giuliani.

Mehr von Saarbrücker Zeitung