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Nach dem Sturm aufs Kapitol: Phrasen helfen nicht

Kommentar : Phrasen helfen nicht

Wenn Joe Biden am nächsten Mittwoch seinen Amtseid ablegt, tut er das in einer Stadt, die einer Festung gleicht. Ein Riesenaufgebot wird hoffentlich dafür sorgen, dass rechte Milizen nicht weit kommen, falls sie marschieren.

Dass sich nicht wiederholt, was als dunkelste Stunde in die Annalen des US-Parlaments eingeht.

Biden wird sich treu bleiben in der Rolle des Versöhners. Wenn er jedoch als Antwort auf die Krawalle betont, dass Amerika in Wahrheit ganz anders sei, dann folgt er einem Reflex, der bei der Aufarbeitung nicht wirklich hilft.

Natürlich ist der Mob, den Donald Trump zum Sturm aufs Kapitol aufwiegelte, Teil der amerikanischen Realität. Die Symbole, die in der Menge zu sehen waren, sind es ebenso. Eine Republikanische Partei, deren rechter Flügel ins Extreme, Diktatorische abgleitet – auch das ist Amerika. Unterschwellig gab es das alles schon vor Trump. Der Demagoge hat Hemmschwellen gesenkt. Was Amerika nach Bidens Amtseinführung braucht, ist eine ehrliche Debatte. Eine Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit, in der für Phrasen kein Platz sein darf.