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Mehr Corona-Neuinfektionen: Frankreich verschärft die Maskenpflicht

Corona-Neuinfektionen steigen auch in Grand Est : Frankreich verschärft die Maskenpflicht

In Frankreich gilt im Kampf gegen das Coronavirus seit Montag eine verschärfte Maskenpflicht. Grund sind steigende Infektionszahlen in einigen Départements und die damit einhergehende Furcht vor einer erneuten unkontrollierten Ausbreitung der Krankheit.

Im ganzen Land muss nun in öffentlichen geschlossenen Räumen eine Schutzmaske getragen werden. Die neuen Regeln gelten unter anderem für Geschäfte, Banken, Markthallen, aber auch in Museen und Sehenswürdigkeiten. In Restaurants, Cafés oder Kinos gelten weiter spezielle Regeln. Dort muss die Maske am Platz nicht getragen werden – nur dann, wenn sich jemand durch den Raum bewegt.

Bisher konnten Betreiber selbst entscheiden, ob Kunden und Besucher eine Maske tragen müssen. Bei Nichteinhaltung der Maskenpflicht droht nun ein Bußgeld von 135 Euro. In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt in Frankreich landesweit bereits seit Mai eine Maskenpflicht. Auch viele Sehenswürdigkeiten wie der Eiffelturm oder der Louvre in Paris konnten nur mit Maske besucht werden.

In mehreren Gemeinden in der Bretagne und dem angrenzenden Département Mayenne wurde wegen der steigenden Infektionszahlen bereits vor einigen Tagen eine allgemeine Maskenpflicht in allen geschlossenen öffentlichen Räumen verhängt. Experten sehen einen Zusammenhang mit der wachsenden Zahl von Urlaubern in der Region und den vermehrten Gruppenaktivitäten.

Auch die der Bretagne benachbarte Region Pays de la Loire meldet höhere Infektionszahlen. Im Süden Frankreichs ist die Region Provence-Alpes-Côte d’Azur um Marseille und Nizza besonders betroffen. Eine leicht angespannte Situation herrscht auch in der Region Paris. In der an das Saarland und Rheinland-Pfalz angrenzenden Region Grand Est haben sich nach Angaben der Präfektin Josiane Chevalier die Neuinfektionen in der vergangenen Woche verdoppelt. Während sich in den Vorwochen im Schnitt 150 Menschen mit dem Coronavirus infiziert hätten, seien es vergangene Woche bereits rund 300 gewesen.

Gesundheitsminister Olivier Véran sprach von 400 bis 500 Infektionsherden im ganzen Land. Der sogenannte R-Faktor liegt in Frankreich seit Anfang Juli bei 1,2. Das heißt, jeder Infizierte steckt mehr als einen Menschen an. Auch Premierminister Jean Castex hat sich auf Twitter zu Wort gemeldet und an den „Bürgersinn“ der Franzosen appelliert. Virologen beklagen, dass sich in der Urlaubszeit kaum noch jemand an Schutzmaßnahmen hält. Dazu zählt ein Mindestabstand von einem Meter und der Verzicht auf den in Frankreich üblichen Wangenkuss zur Begrüßung.