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Medien: Joe Biden gewinnt Präsidentenwahl in den USA

Erfolg in Pennsylvania : Joe Biden zum Präsidenten der USA gewählt

Mit einem Sieg im umkämpften Staat Pennsylvania gewinnt Biden vier Tage nach der Wahl die Präsidentschaft. Trumps ursprünglichen Vorsprung am Wahltag holte Biden unter anderem mit zahlreichen Briefwahlstimmen auf. Doch der Amtsinhaber zeigt sich nicht als guter Verlierer.

Der Demokrat Joe Biden hat die US-Präsidentschaftswahl gewonnen. Mit seinem Erfolg in Pennsylvania sicherte er sich nach einer langen Hängepartie mehr als die nötigen 270 Wahlleute, um 46. Präsident der Vereinigten Staaten zu werden. Er hatte laut AP bereits 264 Wahlmänner und -frauen durch Siege über Amtsinhaber Donald Trump in anderen US-Staaten hinter sich versammelt und bekam durch Pennsylvania 20 weitere dazu. Die Ergebnisse aus Georgia, Nevada, North Carolina und Alaska standen am Samstag noch aus.

Trump hat den Demokraten vorgeworfen, ihm die Wahl zu stehlen, ohne irgendwelche Beweise dafür vorzulegen, und mehrfach gefordert, die in manchen Staaten noch laufende Auszählung zu stoppen. Sein Wahlkampfteam reichte mehrere Klagen ein. Der Amtsinhaber hatte sich bereits in der Wahlnacht nach der Abstimmung am 3. November ohne entsprechende Datengrundlage zum Sieger erklärt. Briefwahlstimmen hat er ohne Beweise als betrugsanfällig bezeichnet.

Der Rechtsstreit um die Stimmenauszählung könnte die kommenden Tage und Wochen überschatten. Zwar wiesen es Gerichte etwa in Pennsylvania und Nevada ab, laufende Auszählungen zu stoppen. Das dürfte aber längst nicht das Ende der Klagewelle sein. Zudem ist unter vielen Trump-Anhängern das Vertrauen in den Auszählungsprozess erschüttert - an mehreren Orten belagerten sie in den vergangenen Tagen Auszählungslokale.

Ungeachtet dessen entschieden sich bei der Wahl so viele Wählerinnen und Wähler für den Kandidaten Biden wie noch nie zuvor verzeichnet wurde. Für ihn wurden mehr als 74 Millionen Stimmen abgegeben, damit übertraf er deutlich den Rekord von rund 69,5 Millionen Stimmen, die Barack Obama 2008 ins Weiße Haus gebracht hatten. Sicherlich ging es etlichen Biden-Unterstützern vorrangig darum, vier weitere Jahre Trump zu verhindern. Andere überzeugte er im Wahlkampf: In der Coronavirus-Pandemie auf die Wissenschaft hören, Polizeigewalt verurteilen und strukturellen Rassismus in der Gesellschaft bekämpfen.

Bei Wahlkampfterminen trug Biden fast die gesamte Zeit einen Mund-Nasen-Schutz und sprach in überwiegend leeren Räumen mit maximal 50 Menschen. Anders als Trump vermied Biden große Menschenmengen und wollte damit verdeutlichen, dass er die Pandemie ernst nimmt.

Mitte des Monats wird er 78 und damit bei Amtsantritt der älteste Präsident sein, den die USA je hatten. Zu seiner Stellvertreterin hat er Senatorin Kamala Harris erkoren - mit 56 Jahren deutlich jünger als er. Sie ist zudem die erste schwarze Frau und die erste Person mit südasiatischen Wurzeln, die für eine der großen US-Parteien als Vizepräsidentschaftskandidatin angetreten ist.

(dpa)