Konflikt mit dem Iran: USA schicken 1000 weitere Soldaten in den Nahen Osten

Konflikt mit dem Iran : USA schicken 1000 weitere Soldaten in den Nahen Osten

Washington und Teheran bewegen sich weiterhin auf Konfrontationskurs. Die Besorgnis nimmt zu – auch bei Bundesaußenminister Heiko Maas.

Die Spannungen zwischen dem Iran und den USA eskalieren bedrohlich. Zwar betont die US-Regierung unermüdlich, sie suche nicht die Konfrontation mit Teheran – dennoch verstärkt sie ihre Truppen im Nahen Osten: US-Präsident Donald Trump schickt nun rund 1000 weitere Soldaten. Die  würden zu „Verteidigungszwecken“ in die Region entsandt, teilte der amtierende US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan am Montag in Washington mit.

Unmittelbar vor Shanahans Ankündigung versetzte der Iran den Bemühungen der EU um eine Deeskalation der Krise im Nahen Osten einen erheblichen Dämpfer. Die Führung in Teheran kündigte an, bereits vom 27. Juni an einen Teil ihrer Verpflichtungen aus dem internationalen Atomabkommen nicht mehr zu erfüllen.

In Shanahans Mitteilung hieß es, die jüngsten iranischen Angriffe bestätigten Geheimdienstinformationen über das feindselige Verhalten der iranischen Streitkräfte und mit ihnen verbündeter Gruppen. Mit der Entsendung der zusätzlichen Truppen sollten US-Soldaten und nationale Interessen der USA in der Region geschützt werden.

Russland warnte die USA vor der Entsendung weiterer Truppen: „Dies bereitet uns große Sorgen“, sagte Vize-Außenminister Sergej Rjabkow am Dienstag in Moskau der Agentur Interfax zufolge. „Und das allein schon der Tatsache wegen, dass eine starke Konzentration von Kräften und Mitteln das Risiko eines Zusammenstoßes oder einer unerwünschten Zuspitzung erhöht.“ Allerdings sei noch nicht ganz klar, worauf Was­hington mit einem solchen Schritt abziele, sagte Rjabkow.

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran nehmen seit Monaten zu. Bereits Ende Mai hatten die USA ihre Truppen im Nahen Osten wegen der „anhaltenden Bedrohung“ durch iranische Kräfte um 1500 Soldaten verstärkt. Zuvor hatte das US-Militär unter anderem einen Flugzeugträgerverband und eine Bomberstaffel in die Region verlegt, was Sorgen vor einem militärischen Konflikt aufkommen ließ.

Das US-Verteidigungsministerium veröffentlichte nun neue Fotos zu den Angriffen auf die beiden Öltanker im Golf von Oman, die die Vorwürfe gegen die iranischen Revolutionsgarden belegen sollen. Die Bilder zeigen nach Pentagon-Angaben unter anderem das Loch, das eine Haftmine oberhalb der Wasserlinie in den Rumpf eines der Öltanker namens „Kokuka Courageous“ gerissen haben soll.

Ein weiteres der insgesamt elf neuen Fotos vom Montag zeigt nach US-Darstellung Rückstände einer weiteren, nicht explodierten Haftmine, die nach dem Angriff von Soldaten der Revolutionsgarden vom Schiffsrumpf entfernt worden sein soll, um Beweise zu vernichten. Auf einem von einem US-Hubschrauber aus aufgenommenen Foto soll das Schnellboot mit den Soldaten zu sehen sein, die die Mine entfernten.

Bereits am Donnerstag hatte das US-Zentralkommando Centcom, das die Truppen im Nahen Osten führt, ein Video dazu veröffentlicht. Das Pentagon machte nun erneut den Iran verantwortlich. Als Begründung führte das Ministerium das Video an – und die „Ressourcen und Kenntnisse, die nötig sind, um die nicht explodierte Haftmine zu entfernen“.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) und seine Amtskollegen aus Luxemburg, Österreich und den Niederlanden betonten am Montag bei einem Treffen in Luxemburg, dass sie zum derzeitigen Zeitpunkt noch keine Anschuldigungen gegen den Iran erheben wollen. Maas bezeichnete die Gesamtlage als „extrem explosiv“. Jeder müsse nun wirklich aktive Schritte zur Deeskalation beitragen.

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