Kommentar zu Neuwahlen in Großbritannien wegen Brexit

Kommentar : Neuwahlen sind Quasi-Referendum

Neuwahlen also. Zum dritten Mal nun nach 2015 und 2017 müssen die abstimmungsmüden Briten zur Urne, weil sich das Parlament nicht auf einen Weg aus der Brexit-Krise einigen kann. Obwohl die Umfragen andeuten, dass Premierminister Boris Johnson eine absolute Mehrheit erreichen könnten, ist alles möglich.

Die Neuwahlen bergen nämlich ein hohes Risiko für ihn. Sein Versprechen, den Brexit zum 31. Oktober durchzusetzen, hat er bekanntlich gebrochen, wofür er selbstverständlich das Unterhaus verantwortlich macht. Die europaskeptischen Hardliner, allen voran deren Chef Nigel Farage, dürften Johnson genüsslich an sein Scheitern erinnern. Die Brexit-Ultras, die Theresa May schon brutal vorführten, verfahren schonungslos mit Vorsitzenden, die nicht in ihrem Sinne liefern. Das könnte den Premier wichtige Stimmen bei diesem Stellvertreter-Brexit-Referendum kosten.

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