Zu den erneuten Massenprotesten in Belarus Lukaschenkos letztes Gefecht

Die Bilder aus Belarus zeigen es deutlich: In der ehemaligen Sowjetrepublik fordert die Zukunft die Vergangenheit heraus. Vor allem junge Menschen geben der Demokratiebewegung ihren unerhörten Schwung.

 Ulrich Krökel

Ulrich Krökel

Foto: SZ/Robby Lorenz

Frauen wollen nichts mehr wissen von Männern wie Alexander Lukaschenko, dessen postsowjetisches Patriarchat längst zu einer Karikatur geronnen ist.

Die Jungen sind neugierig auf die Welt. Sie wollen sich nicht länger einsperren und sich nicht vorschreiben lassen, wie sie zu leben haben. Unter den Älteren sind es die Klugen und Kreativen, die nach mehr Freiheit rufen. Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch (73) ist nicht zufällig das prominenteste Gesicht der Opposition.

Der Diktator ist zum Äußersten entschlossen. Lieber werde er sterben als zurückweichen, hat er zuletzt erklärt. Lukaschenko meint es ernst. Das hat er in den 26 Jahren seiner Herrschaft oft genug bewiesen. Die Gefahr einer Eskalation bleibt also hoch. Die EU sollte darauf vorbereitet sein.

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