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Kommentar Trump in Großbritannien: Hinter dem Pomp gibt es tiefe Risse

Trump in Großbritannien : Hinter dem Pomp gibt es tiefe Risse

An der Oberfläche sieht das Königreich rund um Donald Trumps Staatsbesuch in dieser Woche viel Prunk und Zeremoniell, mittendrin die Queen und die Gedenkfeierlichkeiten zum 75. Jahrestag des D-Day. Premierministerin Theresa May und Gast Trump dürften versuchen, mit betont zur Schau gestellter Eintracht die tiefen Risse im Verhältnis zwischen London und Was­hington zu übertünchen.

Die „special relationship“ ihrer Länder hat in den vergangenen Jahren schwer gelitten. Seit Trump sind die Bande lose wie nie. Zu den Schwierigkeiten auf persönlicher Ebene kommen die politischen Differenzen. Das Königreich setzt sich für Freihandel und Globalisierung ein, Trump ist Protektionist. Auch bei Themen wie dem Iran-Abkommen, der Klima- oder Nahostpolitik steht London auf der Seite der europäischen Partner. Aber die Briten brauchen die USA. Sie wollen ein rasch nach dem EU-Austritt ausgehandeltes bilaterales Handelsabkommen. Trump hat ihnen das zugesagt. Nur, sich auf sein Wort zu verlassen, ist riskant. Und am Ende scheint dem Brexit-Cheerleader an Wohlstand und Sicherheit in Europa ohnehin nicht viel gelegen zu sein.