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Kommentar: Der Preis des Friedens in Afghanistan

Kommentar : Der Preis des Friedens

Man kann zahlreiche Gründe für die Vermutung finden, dass das jetzt geschlossene Friedensabkommen zwischen den USA und den Taliban in Afghanistan scheitern wird.

Man kann aber auch nach fast zwei Jahrzehnten Kriegszustand am Hindukusch versuchen, das Positive zu sehen. Dass es nun überhaupt zu einem Vertrag zwischen den Konfliktparteien gekommen ist, kommt schon einem Wunder gleich. Ideologisch existieren zwischen den radikalislamischen Taliban und den USA keine Gemeinsamkeiten. Dass die Taliban einen Totalrückzug von US-Soldaten als Sieg feiern werden, daran gibt es keine Zweifel. Sie haben nun wieder freie Hand, die Spielregeln der afghanischen Gesellschaft zu bestimmen. Dies ist der Preis, den die USA und der Westen für einen Frieden zahlen müssen. Im Weißen Haus dürfte man daran nicht allzu viele Gedanken verschwendet haben. Denn für Trump bietet das Abkommen natürlich einen massiven Vorteil. Er kann sich als „Friedenspräsident“ im Wahljahr verkaufen. Und das ist, was für ihn zählt.