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Johnson soll Brexit-Lösung finden - Fristverlängerung möglich - Proteste in Schottland

Vor dem Austritt : Fristen, Forderungen und Proteste im Brexit-Drama

London sieht die EU am Zug, dort sieht man es andersherum, und in Schottland demonstrieren Tausende für die Ablösung vom Königreich – das Bre­xit-Drama hat auch am Wochenende wieder Schlagzeilen gemacht.

Für einen Deal noch vor dem geplanten EU-Austritt Großbritanniens am 31. Oktober sei nun die EU am Zug, schrieb Premierminister Boris Johnson in einem Zeitungsbeitrag. Es sei an der EU, zu „springen“, um Großbritannien entgegenzukommen. Mit den zuletzt vorgelegten Vorschlägen hüpfe Großbritannien sinnbildlich auf eine Insel inmitten eines Flusses. „Wenn wir mit einem Deal rausgehen sollen, dann müsste die EU von ihrer Seite herüberspringen und uns da treffen, und uns ihre Bereitschaft zeigen, einen Deal zu machen, den das britische Parlament unterstützen kann.“

EU-Chefunterhändler Michel Barnier erklärte dagegen, Großbritannien müsse sich bewegen. Die EU hatte Johnsons Vorschläge abgelehnt und ihn aufgefordert, dringend Details abzuklären – etwa zum Knackpunkt einer irischen Grenzregelung. Der EU-Ratsvorsitzende, Finnlands Ministerpräsident Antti Rinne, signalisierte in der Welt am Sonntag Bereitschaft, eine Bitte um Verlängerung der Verhandlungen zu erwägen. Er gehe davon aus, dass beim nahenden EU-Gipfel nicht über ein Austrittsabkommen, sondern vielmehr über eine Verlängerung gesprochen werde. Rinne hat Johnson eine Woche Zeit gegeben, um einen Weg aus dem Streit aufzuzeigen.

Unterdessen gingen am Samstag im schottischen Edinburgh Zehntausende Menschen bei einem „Marsch für Unabhängigkeit“ auf die Straße. Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon erklärte auf Twitter ihre Unterstützung. Sturgeon hat angekündigt, im Brexit-Fall in den kommenden zwei Jahren ein weiteres Referendum zur Unabhängigkeit Schottlands abzuhalten.