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Iran kritisiert Pläne für Schutzmission der EU am Golf

Krise am Persischen Golf : Iran kritisiert Pläne für Schutzmission der EU am Golf

Der Iran hat der EU von einer Schutzmission für Öltanker im Persischen Golf abgeraten. „Die Präsenz von ausländischen Truppen im Persischen Golf wird die Lage nicht sicherer machen, sondern nur zu weiteren Spannungen führen“, sagte Präsident Hassan Ruhani am Sonntag.

Sein Sprecher Ali Rabiei sprach von einer „feindseligen Botschaft“ an den Iran. „Der Iran erwartet von allen EU-Staaten, diese provokativen Vorschläge nicht zu unterstützen“, sagte der Sprecher laut Nachrichtenagentur IRNA.

Irans Vizeaußenminister Abbas Araghchi warf Großbritannien vor, mit der Festsetzung eines iranischen Öltankers gegen Vereinbarungen des Wiener Atomabkommens von 2015 verstoßen zu haben. Vertragspartner dürften dem iranischen Ölexport keinen Schaden zufügen, sagte Araghchi in Wien, der dort mit Vertretern der verbliebenen Vertragspartner – darunter Deutschland – über jüngste Verstöße seines Landes gegen das Abkommen verhandeln will. Die USA hatten das Atomabkommen im Mai 2018 einseitig aufgekündigt. Mit Sanktionen wollen sie Teheran zwingen, ein neues Abkommen mit schärferen Auflagen zu akzeptieren.

Im Tankerstreit geht es um zwei beschlagnahmte Öltanker. Großbritannien hat am 4. Juli in Gibraltar einen iranischen Tanker festgesetzt, am 19. Juli stoppte der Iran in der Straße von Hormus einen britischen Tanker. Beide Seiten warfen sich Verstöße gegen Auflagen vor.

Unterdessen traf der britische Luftabwehrzerstörer „HMS Duncan“ im Persischen Golf ein. Gemeinsam mit der Fregatte „HMS Montrose“ sollen sie Schiffen unter britischer Flagge sicheres Geleit geben, teilte das Verteidigungsministerium in London mit.