Rettungseinsatz des THW Diese vier Saarländer helfen in Beirut aus

Saarbrücken/Frankfurt · Nachdem im Hafen der libanesischen Hauptstadt 2700 Tonnen Amoniumnitrat explodiert waren, hat das Technische Hilfswerk (THW) 50 Helfer entsandt. Vier davon stammen aus dem Saarland.

 Die saarländischen Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerk (THW) vor dem Abflug in die libanesische Hauptstadt Beirut vor. (vlnr) Dirk Bussenius, Jovan Popovic mit Rettungshund Kessy (beide THW Perl-Obermosel), Thomas Schmitt (THW Wadern) und Cedric Schaadt (THW Nohfelden).

Die saarländischen Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerk (THW) vor dem Abflug in die libanesische Hauptstadt Beirut vor. (vlnr) Dirk Bussenius, Jovan Popovic mit Rettungshund Kessy (beide THW Perl-Obermosel), Thomas Schmitt (THW Wadern) und Cedric Schaadt (THW Nohfelden).

Foto: THW/Kai-Uwe Wärner/Kai-Uwe Wärner/THW

Im Hafenbereich der libanesischen Hauptstadt Beirut sieht es aus wie auf einem Schlachtfeld. Nach der verheerernden Explosion, die mutmaßlich von falsch eingelagertem Amoniumnitrat ausgelöst worden war, läuft die internationale Hilfe an. Mit dabei ist das Technische Hilfswerk (THW), das insgesamt 50 Einsatzkräfte aus Deutschland entsendet, darunter vier Saarländer. Diese brachen am Mittwochabend vom Frankfurter Flughafen aus auf. Nach Angaben des THW-Saarland seien die Helfer gegen 9 Uhr am Donnerstagmorgen angekommen. „Vor Ort werden unsere Einsatzkräfte unter anderem die Lage erkunden und beurteilen, Verschüttete lokalisieren und retten, Gebäudeschäden beurteilen und die Botschaft unterstützen“, sagt Sabine Lackner, Viezepräsidentin des THW.

Im Auftrag der Bundesregierung brachen zwei Teams in den Libanon auf, eines zur Unterstützung der Botschaft, ein weiteres, um bei den Bergungsarbeiten zu helfen. Diese sogenannten SEEBA-Teams (Schnell-Einsatz-Einheit Bergung Ausland) sind Spezialisten für Rettung und Bergung in Katastrophengebieten und verfügen über moderne Technik und Suchhunde. Sie waren bereits nach den Erdbeben im Iran 2003, in Pakistan 2005 und in Japan 2011 im Einsatz. Zudem sind ein Experte der Analytical Taskforce (ATF) und ein Baufachberater des THW vor Ort. Auch ein Militärschiff der Bundeswehr, das im Mittelmeer auf Übung war, hat diese abgebrochen und ist auf Kurs Richtung Beirut.

Nach Angaben der Tagesschau seien mit derselben Maschine, die auch das THW genutzt hatte, sieben Experten der Hilfsorganistation Isar Germany nach Beirut geflogen. Dabei handele es sich um „Ärzte und Fachleute für Gefahrengut“. Zudem trafen Hilfgüter aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ein. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte die Lieferung von medizinischen Gütern angekündigt.

Heftige Explosion in Beirut: Fotos zeigen verheerende Zerstörung in Beirut
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Aufnahmen zeigen heftige Explosion und Bilder der Zerstörung in Beirut

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Foto: dpa/Twitter

Bei der gewaltigen Explosion waren am Dienstagabend etwa 5000 Menschen verletzt und 135 getötet worden, weitere werden vermisst. Die Erschütterung sei nach Angaben des THW noch im 250 Kilometer entfernten Zypern zu spüren gewesen und entspreche einem Erdbeben der Stärke 4,5. Nach Angaben des Gouverneurs von Beirut, Marvan Abboud, beliefen sich die finanziellen Schäden nach ersten Schätzunge auf 10 bis 15 Milliarden Dollar.

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