Freispruch für Türkei-Vertreter von Reporter ohne Grenzen, Erol Önderoglu

Erol Önderoglu : Freispruch für Türkei-Vertreter von Reporter ohne Grenzen

Der Türkei-Experte von Reporter ohne Grenzen, Erol Önderoglu, ist in Istanbul vom Vorwurf der Terrorpropaganda freigesprochen worden. Das entschied das Gericht am Mittwoch, wie der Anwalt Fikret Ilkiz bestätigte.

Auch die Vorsitzende der türkischen Menschenrechtsstiftung, Sebnem Korur Fincanci, und der Autor Ahmet Nesin, die im selben Verfahren angeklagt waren, wurden freigesprochen. Die schriftliche Urteilsbegründung reiche das Gericht nach.

Reporter ohne Grenzen (ROG) schrieb auf Twitter: „Wir sind zutiefst erleichtert über Erol Önderoglus Freispruch und den seiner Kollegen.“ Die Organisation erinnerte aber auch an einen weiteren Terrorprozess gegen Önderoglu, der im November beginnt. „Diese Vorwürfe müssen fallengelassen werden“, forderte ROG.

Hintergrund des Verfahrens ist eine Solidaritätskampagne für die inzwischen geschlossene prokurdische Tageszeitung „Özgür Gündem“, an der Önderoglu, Fincanci und Nesin teilgenommen hatten. Die Zeitung hatte die Kampagne zum Tag der Pressefreiheit im Mai 2016 gestartet: Journalisten und Menschenrechtler übernahmen damals symbolisch rund drei Monate lang für einen Tag den Posten des Chefredakteurs. Nach Angaben der Online-Plattform „bianet“ nahmen an der Kampagne 56 Unterstützer teil, gegen 38 von ihnen wurden Prozesse eröffnet. Eine Anklage wurde fallengelassen, 27 Beschuldigte erhielten Gefängnisstrafen, sieben wurden freigesprochen und drei Verfahren gehen weiter.

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