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Frankreich kämpft nach blutigen Anschlägen gegen islamistischen Terror

Kommentar : Härte allein reicht nicht

Frankreich wird wie kein zweites Land in Europa von Terroristen heimgesucht. Immer wieder ermorden fanatisierte Islamisten auf offener Straße unbescholtene Menschen. Es ist erstaunlich, wie gelassen die Gesellschaft auf diese ständige Bedrohung reagiert.

Das Ziel der Attentäter ist es, Angst und Hass zu sähen, doch sie scheinen keinen Erfolg zu haben – aber der Schein trügt. Immer mehr Menschen sehen die Errungenschaften der Republik von einem offensiv auftretenden Islam bedroht. Angeheizt wird dieses Gefühl von jenen Vertretern am rechten Rand, die gegen alle Muslime hetzen und sich von der Spaltung der Gesellschaft politischen Profit erhoffen.

Diese Veränderungen machen auch vor der Politik des Präsidenten nicht Halt. Schien Emmanuel Macron vor drei Jahren mit seinem mitreißenden Optimismus alles zum Positiven verändern zu können, ist er inzwischen von der Realität eingeholt worden. Nach den Attentaten in Nizza und Paris reagiert er mit Härte auf den Terror und verschärft die Gesetze. Das ist notwendig und gut, die Gefahr aber ist, dass er die Gesellschaft weiter spaltet. Macron muss den Franzosen Vertrauen in ihre eigene Stärke wiedergeben. Nur wenn alle Verteidiger der Republik zusammenhalten, ist der Kampf gegen den Terrorismus zu gewinnen.