Evo Morales liegt vorn: Proteste gegen konfuse Auszählung bei Wahl in Bolivien

Evo Morales liegt vorn : Proteste gegen konfuse Auszählung bei Wahl in Bolivien

Widersprüchliche Angaben der Wahlbehörden zur Auszählung der Präsidentenwahl in Bolivien haben Proteste der Opposition ausgelöst. Eine schnelle vorläufige Auszählung gab zunächst dem linken Staatschef Evo Morales den erforderlichen Vorsprung, um sich bereits in der ersten Wahlrunde die Wiederwahl für eine vierte Amtszeit in Folge zu sichern.

Sein stärkster Rivale, der gemäßigt konservative Journalist Carlos Mesa erklärte, er erkenne dieses vorläufige Ergebnis nicht an. Demonstranten setzten in der Nacht zum Dienstag den Sitz der regionalen Wahlkommission in Potosí in Brand.

Am Dienstagmorgen gab die Wahlkommission ein neues vorläufiges Ergebnis nach provisorischer rascher Auszählung von 96 Prozent der Stimmen bekannt. Demnach führte Morales mit 46,40 Prozent vor Mesa mit 37,07 Prozent. Mit diesem Ergebnis müsste am 15. Dezember eine Stichwahl stattfinden, da kein Kandidat die absolute Mehrheit oder mehr als 40 Prozent und zehn Prozentpunkte Vorsprung erreichte.

Die offizielle Auszählung ergab am Dienstag auf Basis von 80 Prozent der Stimmen 43,1 Prozent für Morales und 40,6 Prozent für Mesa. Mit der noch ausstehenden Berücksichtigung der Stimmen aus ländlichen Bezirken kann der Vorsprung für den Staatschef noch steigen.

Der Ausgang einer möglichen Stichwahl erscheint ungewiss. Den dritten und vierten Platz belegen zwei konservative Bewerber, die zusammen rund zwölf Prozent der Stimmen bekamen. Beide erklärten sich bereit, im Falle einer Stichwahl Mesa zu unterstützen.

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