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Corona und Urlaub im Sommer 2021: Was ist erlaubt und was nicht?

Übersicht : Sommerurlaub in Europa – Was geht und was nicht?

In vielen Ländern steigen die Corona-Inzidenzen wieder, manche Länder in Europa bereiten deshalb erneut Corona-Einschränkungen vor – auch für Touristen. Was aktuell möglich ist.

EU-Impfzertifikate, Ausgangssperren und Einreiseformulare: Wer Spaß am Strand will, muss in Corona-Zeiten je nach Land einiges beachten. Ein Überblick über die Länder Europas:

BALTISCHE STAATEN

In Estland, Lettland und Litauen sind die Corona- Regeln stark gelockert. Das öffentliche Leben hat sich weitgehend normalisiert. Weiter gibt es aber Corona-Auflagen in einigen Bereichen – teils mit Vorrechten für nachweislich Geimpfte und Genesene. Zugleich ist eine zunehmende Verbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus und eine Verlangsamung der Impfungen zu beobachten. Neue Einschränkungen werden diskutiert.

Wer von Deutschland oder aus anderen EU-Ländern einreist, muss sich registrieren. In Abhängigkeit von der Infektionslage im Herkunftsland muss gegebenenfalls ein negativer Corona-Test vorgelegt werden und es gilt teils auch eine Quarantänepflicht. In Estland sind Einreisende aus Deutschland von beiden Verpflichtungen befreit, in Lettland müssen Nicht-Geimpfte und in Litauen sämtliche Einreisende einen negativen Corona-Test vorweisen. Bei der Rückreise per Flugzeug nach Deutschland besteht die Pflicht zur Vorlage eines negativen Tests.

BELGIEN

Reisen nach Belgien sind derzeit möglich. Man muss nach offiziellen Angaben jedoch ein Einreiseformular ausfüllen. Wer aus einem Gebiet mit höheren Infektionszahlen kommt, muss unter Umständen in Quarantäne, kein deutsches Bundesland gilt aber derzeit als Risikogebiet. Am Montag wurde angekündigt, dass stärker kontrolliert werden solle, ob die Einreiseformulare korrekt ausgefüllt wurden. Die Zahl der Neuinfektionen ist in dem Land mit 11,5 Millionen Einwohnern zuletzt stark gestiegen. Die Delta-Variante macht den größten Teil der Infektionen im Land aus.

BULGARIEN

Geimpfte, getestete und von Covid-19 genesene Reisende aus den meisten EU-Staaten dürfen mit einem der drei möglichen Zertifikate einreisen. Die Gastronomie und Hotellerie sowie Kultur- und Sporteinrichtungen sind für alle Kunden geöffnet. An den Eingängen wird nicht kontrolliert, ob ein Besucher geimpft, von Covid-19 genesen oder getestet ist. Die Verbreitung der Delta-Variante in dem südosteuropäischen Land ist sehr gering. Kunden von Supermärkten, Läden, Apotheken und Banken sowie Fahrgäste in öffentlichen Verkehrsmitteln müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Diese Regel wird allerdings nicht immer eingehalten.

DÄNEMARK

Die Neuinfektionszahlen haben wieder zugenommen, Delta ist dabei längst die dominierende Variante. Dennoch lebt es sich in Dänemark beinahe beschränkungsfrei: Einen Mund-Nasen-Schutz muss man nur noch tragen, wenn man in Bus oder Bahn steht, alles bis auf die Diskotheken ist seit längerem wieder offen. Im Restaurant, Museum und an vielen anderen Orten muss man per Corona-Pass negative Tests, Impfungen und überstandene Infektionen vorweisen können.

Deutsche können auch dann Dänemark-Urlaub machen, wenn sie noch nicht geimpft sind. An der Grenze müssen sie aber einen negativen Test vorzeigen, ein Schnelltest reicht. Aber: Wegen der Infektionslage hat das Robert Koch-Institut die Hauptstadtregion Kopenhagen und auch die zum dänischen Königreich zählenden Färöer-Inseln zu Risikogebieten erklärt. Wer von dort auf dem Land- oder Seeweg nach Deutschland einreist und nicht geimpft oder genesen ist, muss wieder einen Corona-Test machen. Jütland mit seinen vor allem bei Deutschen beliebten Nordseestränden zählt nicht zu den Risikogebieten.

FRANKREICH

Das Land kämpft momentan gegen eine vierte Corona-Welle. Die Infektionszahlen steigen seit Ende Juni deutlich an. Im Kino, Theater oder Museum ist seit Mittwoch ein negativer Corona-Test oder ein Impf- oder Genesungsnachweis notwendig. Das gilt, sobald mehr als 50 Menschen zusammenkommen. Ab August soll ein Nachweis auch etwa für Restaurants, Fernzüge und Einkaufszentren nötig werden. Minderjährige sind von der Regelung zunächst ausgenommen.

Für Reisende aus Deutschland und anderen Ländern reicht zur Einreise ein aktueller Schnelltest. Auch mit einem Impfnachweis können Menschen einreisen. Ausländische Touristen müssen im Land für Tests zahlen – für einen PCR-Test werden 49 Euro fällig, für einen Antigen-Schnelltest 29 Euro. Wer aus Frankreich auf dem Landweg zurück nach Deutschland reist, muss keine Einreisebeschränkungen beachten. Bei Flugreisen muss ein negativer Test, ein Impf- oder Genesungsnachweis vorgezeigt werden.

GRIECHENLAND

In Griechenland steigt die Zahl der Corona- Neuinfektionen weiterhin stark an – allerdings vornehmlich unter Jugendlichen, die noch nicht geimpft sind. Weil vor allem das Nachtleben dafür verantwortlich gemacht wird, gilt nun de facto ein Tanzverbot: In Bars, Cafés und Kneipen darf man nur sitzen. Außerdem dürfen sich in geschlossenen Räumen wie Kinos und Theatern nur noch geimpfte Menschen aufhalten.

Das Auswärtigen Amt stuft Griechenland derzeit als Risikogebiet ein. Für die Rückreise nach Deutschland reichen aber dennoch ein negativer Test oder ein Impfnachweis. Vor der Einreise nach Griechenland müssen Besucher auf der Website travel.gov.gr ihre Daten angeben und erhalten einen QR-Code zur Nachverfolgung. Außerdem müssen sie bei der Einreise einen negativen Schnelltest vorlegen oder voll geimpft sein. Das gilt auch für Kinder ab zwölf Jahren.

GROßBRITANNIEN

Trotz niedriger Fallzahlen bleibt Deutschland auf der „gelben“ Reiseliste des Vereinigten Königreichs. Das bedeutet: Reisende müssen nach Ankunft mindestens fünf Tage in häusliche Quarantäne und auf eigene Kosten zwei Corona-Tests machen. Nur Menschen mit Wohnsitz in Großbritannien sind davon ausgenommen. Im größten Landesteil England sind fast alle Corona-Maßnahmen trotz hoher Infektionszahlen aufgehoben. Trotzdem müssen Kontaktpersonen von Infizierten in häusliche Quarantäne.

IRLAND

Für Reisende aus der EU mit Nachweis eines digitalen EU-Impfzertifikats gilt inzwischen keine Quarantänepflicht mehr. Für Reisende aus Ländern mit besonders hohen Corona-Fallzahlen oder gefährlichen Varianten gilt weiter verpflichtende Isolation im Hotel. Deutschland hat mehrere irische Regionen als Risikogebiete eingestuft, bei Rückkehr von dort muss innerhalb von 48 Stunden ein negativer Test oder ein Impfnachweis vorgelegt werden - den es aber für eine Rückkehr per Flieger ohnehin braucht.

ITALIEN

In dem Land mit rund 60 Millionen Einwohnern ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen zuletzt wieder gestiegen, die Delta -Variante des Virus breitet sich weiter aus. Zur Eindämmung wird darüber debattiert, den sogenannten Grünen Pass zur Voraussetzung für bestimmte Aktivitäten zu machen, darunter Restaurantbesuche im Innenbereich. Das Dokument bescheinigt, dass Menschen gegen Covid-19 durchgeimpft, genesen oder negativ getestet worden sind. Die Maskenpflicht im Freien ist entfallen. Allerdings muss jeder den Schutz tragen, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, man mit Bus und Bahn fährt oder sich in Innenräumen aufhält. Wer nach Italien reist, braucht ein Einreiseformular sowie einen Nachweis über Impfung, Genesung oder einen negativen Test. Wer auf dem Landweg nach Deutschland zurückreist, muss keine Beschränkungen beachten.

KROATIEN

Das beliebte Urlaubsland verlangt seit dem 1. Juli von Reisenden das EU-weit gültige Corona-Zertifikat, unabhängig davon, woher sie kommen. Akzeptiert werden aber auch die von den einzelnen Ländern ausgestellten Bescheinigungen, die belegen, dass der Betroffene geimpft, genesen oder getestet ist. Die Hotels empfangen Gäste hingegen ohne Einschränkungen. Gaststätten dürfen Menschen in ihren Innenbereichen bewirten, ausgenommen sind Cafés ohne Speisenangebot, die nur draußen bedienen dürfen. Deutschland hat die Küstenregion Zadar als Risikogebiet eingestuft, bei Rückkehr von dort muss innerhalb von 48 Stunden ein negativer Test oder ein Impfnachweis vorgelegt werden.

LUXEMBURG

In Luxemburg ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen wieder leicht gesunken. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag Mitte der Woche bei knapp 110. Bei der Einreise von Deutschland nach Luxemburg gelten derzeit keine größeren Einschränkungen. Nur Flugreisende müssen einen negativen Corona-Test (PCR- oder Schnelltest) vorlegen. Impf- oder Genesenen-Nachweise sind ebenfalls zulässig. Umgekehrt gelten keine Einschränkungen. Hotels und Gastronomie in Luxemburg sind geöffnet. Restaurants, Bars und Cafés, die nur nachweislich geimpfte, genesene, oder negativ getestete Gäste empfangen, müssen drinnen wie draußen keine besonderen Hygieneregeln mehr einhalten. Auch der Kultur- und Sportbereich ist geöffnet. In vielen öffentlichen Bereichen wie in Bussen, Zügen oder Geschäften gilt weiterhin die Maskenpflicht.

MALTA

Im kleinsten EU-Land sind die Corona-Fallzahlen Anfang Juli rapide angestiegen. Die Gesundheitsbehörden führen den Anstieg auf Reisende aus dem Ausland zurück. Sprachschulen seien geschlossen worden und strenge Einreiseregelungen eingeführt. Reisende müssen nachweisen können, dass sie gegen Covid-19 durchgeimpft sind. Gültig sind die von Malta ausgestellten Nachweise, sowie digitale EU-Impfzertifikate und das des staatlichen Gesundheitssystems Großbritanniens NHS. Ein negativer PCR-Test oder eine Bescheinigung, dass man von der Krankheit genesen ist, reichen nicht mehr aus. Wer nicht geimpft ist und trotzdem einreist, muss 14 Tage in ein Quarantäne-Hotel. Für den Luftverkehr werden meist Nachweise auf dem Rückweg nach Deutschland verlangt, wie etwa ein negatives Corona-Testergebnis.

NIEDERLANDE

Die Deltavariante sorgt für eine explosionsartige Zunahme der Infektionen. Die Regierung zog die Notbremse und zog einige Erleichterungen zurück. Discos und Nachtclubs sind wieder geschlossen, und auch Festivals sind untersagt. Deutschland hat die Niederlande zum Risikogebiet erklärt. Das heißt, dass von touristische Reisen abgeraten wird. Und bei der Heimkehr nach Deutschland muss man einen negativen Test vorlegen oder den Impfnachweis.

Museen, Theater, Zoos und Kinos sind geöffnet. Das gilt auch für Restaurants und Geschäfte. Gaststätten müssen aber um Mitternacht schließen. Maskenpflicht gilt nur für Busse und Bahnen und Flughäfen. Bei Veranstaltungen, wo kein Sicherheitsabstand eingehalten werden kann, wird von Besuchern ein negatives Testergebnis verlangt oder ein Impfnachweis.

NORWEGEN

Deutsche können wieder Urlaub in Norwegen machen. Das skandinavische Land, das vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommen ist und weiter relativ niedrige Zahlen hat, hat die Bundesrepublik ebenso wie mehrere andere EU-Länder kürzlich als grün eingestuft. Das bedeutet, dass man aus diesen Staaten wieder einreisen darf, ohne in Quarantäne zu müssen. Jeder Einreisende mit Ausnahme von Geimpften und Genesenen muss aber eine Einreiseanmeldung ausfüllen und an der Grenze einen Corona-Schnelltest machen. Die Geschäfte und Lokale sind fast überall in Norwegen uneingeschränkt geöffnet. In Bussen und Bahnen muss man einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

ÖSTERREICH

Vom 22. Juli an fällt in Österreich die FFP2-Maskenpflicht – auch in weiten Teilen des Handels. Ausnahme ist Wien. Hier gelten weiterhin strengere Regeln als im Rest des Landes. So müssen Kinder sich bereits ab einem Alter von sechs Jahren testen lassen, sonst ist die Altersgrenze zwölf Jahre. Alle, die getestet, geimpft oder genesen sind, können in Hotels, Restaurants, Konzerte und ins Theater. Auf niedrigem Niveau sind die Infektionszahlen zuletzt wieder gestiegen. Österreichs Regierung erwartet wegen der Delta-Variante eine vierte Welle. Deshalb wurden die Maßnahmen für die Nachtgastronomie nachgeschärft. In diese Lokale kommt man nur mit PCR-Test oder Impfung. Die Rückreise nach Deutschland ist problemlos.

POLEN

Im Nachbarland sind Einkaufszentren, Hotels, Museen und Kunstgalerien unter Auflagen geöffnet. Restaurants dürfen in Außenbereichen Gäste bedienen, in Innenräumen gilt dies mit 75 Prozent Kapazität. Geimpfte werden bei den Kapazitätsbeschränkungen nicht mitgezählt - sie können also gegebenenfalls auf ein freies Hotelzimmer oder einen freien Tisch zählen. Fitnessstudios und Hallenbäder sind in Betrieb. Bei Feiern sind maximal 150 Gäste erlaubt. In Innenräumen sowie in Bussen und Bahnen gilt Maskenpflicht.

Bei der Einreise aus Deutschland und anderen EU-Ländern gilt eine Quarantänezeit von zehn Tagen. Dies gilt nicht für Reisende, die bei der Einreise einen negativen Coronatest vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Auch vollständig Geimpfte und nachweislich Genesene sind von der Quarantäne befreit. Für die Bundesregierung ist Polen kein Risikogebiet mehr. Bei der Einreise per Flugzeug besteht aber weiterhin die Pflicht zur Vorlage eines negativen Tests.

PORTUGAL

In dem auch bei Deutschen sehr beliebten Urlaubsland verharren die Corona-Zahlen auf hohem Niveau, steigen aber auch nicht mehr so rasant wie noch vor einigen Wochen. Für die weiter angespannte Lage wird vor allem die Delta-Variante verantwortlich gemacht. Zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus wurde Anfang Juli wieder eine nächtliche Ausgangssperre eingeführt. In Regionen mit besonders schlechter Lage - darunter auch in den Metropolen Lissabon und Porto - dürfen die Menschen zwischen 23.00 und 5.00 Uhr nur mit triftigem Grund auf die Straße. Betroffen sind rund vier Millionen der 10,3 Millionen Bewohner des Landes.