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China kritisiert US-Außenminister für Erklärung zu Tianmen-Massaker

Gedenkveranstaltung nur in Hong Kong : China verurteilt Pompeo-Erklärung zu Tiananmen-Massaker

China hat US-Außenminister Mike Pompeo für dessen Erklärung zum 30. Jahrestag der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung in der Volksrepublik scharf kritisiert.

Pompeo habe sich „auf grobe Weise“ in Chinas innere Angelegenheiten eingemischt und dessen Innen- und Außenpolitik in den Schmutz gezogen, betonte ein Sprecher. Die chinesischen Behörden führten mit hohen Sicherheitsvorkehrungen in Peking gestern vor Augen, dass sie Gedenken an das Massaker verhindern wollen.

Pompeo hatte die Demonstranten gewürdigt, die in der Nacht zum 4. Juni 1989 auf dem Platz des Himmlischen Friedens (Tiananmen) in Peking für mehr Demokratie protestiert hatten. Die chinesische Führung ließ den Platz durch das Militär gewaltsam räumen, hunderte Menschen – laut Berichten sogar tausende – wurden getötet. Pompeo forderte die kommunistische Regierung in Peking zudem zu einer vollständigen Aufarbeitung der Geschehnisse auf. Amerikas Hoffnungen, dass sich China zu einer offeneren und toleranteren Gesellschaft entwickeln würde, hätten sich zerschlagen.

In der chinesischen Mitteilung hieß es, die Regierung und das Volk hätten vor langer Zeit ein Urteil zu dem „politischen Vorfall Ende der 1980er Jahre“ erreicht. Die schnelle wirtschaftliche Entwicklung und Fortschritt bei der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit seien Ausdruck dafür, dass das Land dem richtigen Pfad folge.

Jegliche Gedenkveranstaltung zur Niederschlagung der Demokratiebewegung ist auf dem Festland in China verboten. Hongkong ist die einzige Region unter chinesischer Rechtsprechung, in der bedeutende öffentliche Gedenken an das Massaker abgehalten werden. An der jährlichen Kerzenlichtwache in der halbautonomen Gegend nahmen gestern zehntausende Menschen teil.