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Bolton-Buch: Es wird Trump nicht schaden

Kommentar : Es wird ihm nicht schaden

US-Präsident Trump hat seinen heftig kritisierten Wahlkampf-Mega-Auftritt in Tulsa sichtlich genossen. Doch innerlich dürfte ihn mächtig gewurmt haben, dass das Enthüllungsbuch seines Ex-Sicherheitsberaters John Bolton am Dienstag per Gerichtsverfügung wie geplant erscheinen darf.

Trump habe nicht nachgewiesen, dass ihm „irreparabler Schaden“ durch das Buch entstehe, sagten die Richter. Ein Urteil wohl nach der Devise: Wenn die Reputation wie bei Trump ohnehin ruiniert ist, kann er sich kaum glaubhaft gegen weiteren Rufschaden wehren.

In der Tat enthält das Werk keine Überraschungen, was Trump angeht. Er betreibt Politik nach Instinkt und Eigennutz. Dass er Chinas Präsident Xi um Hilfe für seine Wiederwahl gebeten haben soll, zählt zu „normalem“ Trump-Verhalten wie seine angebliche Verteidigung des saudischen Königshauses nach dem Khashoggi-Mord. Solche von Bolton beschriebene ethische Mängel sind den Kernwählern Trumps längst bekannt, werden ignoriert oder akzeptiert. Wirklich schaden werden die Enthüllungen Trump deshalb nicht.