AfD und Lega bilden neue „patriotische“ Fraktion im Europaparlament

Europaparlament : AfD und Lega tun sich zusammen

Die Rechtspopulisten aus Deutschland und Italien wollen mit Gleichgesinnten eine neue Fraktion im EU-Parlament bilden. Ziel ist eine „Festung Europa“.

Die Alternative für Deutschland (AfD) will zusammen mit der italienischen Lega und anderen rechtspopulistischen Parteien eine neue Fraktion im Europaparlament bilden. Die Europäische Allianz der Völker und Nationen (European Alliance of Peoples and Nations, EAPN) soll nach der Europawahl Ende Mai entstehen und „freiheitlich“ und „patriotisch“ sein, sagte AfD-Parteichef Jörg Meuthen am Montag bei einer Konferenz mit dem Lega-Chef Matteo Salvini in Mailand. Vor allem in ihrer fremdenfeindlichen Ausrichtung sind sich die Parteien programmatisch einig.

Bei der Gruppe sind bisher allerdings nur die Dänische Volkspartei und die finnische Partei Die Finnen dabei. Die rechten Parteien sind derzeit im Europaparlament in mehrere Gruppen zersplittert. Die AfD ist bislang in der Fraktion Europa der Freiheit und der direkten Demokratie (EFDD), die Lega in Europa der Nationen und der Freiheit (ENF).

Der Termin in Mailand sei „der Startschuss für etwas Neues“, sagte Meuthen, der in Deutschland wegen der Spendenaffäre bei der AfD unter Druck steht. Vor allem bei der Migration wollen die Parteien des neuen Bündnisses im EU-Parlament Druck machen. „Wir wollen die illegale Migration in die EU hinein auf Null reduzieren. Einreisen soll künftig nur noch dürfen und können, wer sich außerhalb der Grenzen der EU unsere Erlaubnis dafür zuvor eingeholt hat“, sagte Meuthen. „Wenn wir unser Europa der Vielfalt und (...) der reichen Kulturen erhalten wollen (...), dann werden wir eine Festung Europa bilden müssen.“ Die neue Fraktion wolle Europa nicht zerstören, sondern verändern.

Bei dem Mailänder Treffen waren bekannte Köpfe rechter Parteien allerdings nicht dabei. So fehlten Frankreichs Rechtspopulistin Marine Le Pen und Ungarns nationalkonservativer Regierungschef Viktor Orbán, zu denen Salvini eine gute Beziehung pflegt. Auch Heinz-Christian Strache von der mitregierenden FPÖ in Österreich war nicht dabei.

Salvini kündigte eine große Veranstaltung mit weiteren neuen Verbündeten am Mailänder Domplatz am 18. Mai an. Über einen Spitzenkandidaten müsse noch entschieden werden, er habe keine persönlichen Ambitionen, sagte Italiens Vize-Premier, der in der Koalition mit der „Fünf Sterne“-Bewegung vor allem mit seiner harten Hand gegen Migranten Schlagzeilen macht. Ziel sei es, die größte und wichtigste Fraktion mit den „frischesten Ideen“ zu sein.

Auch Meuthen betonte, es gebe weitere künftige Mitglieder der Fraktion, die „sich uns anschließen werden“. Willkommen seien alle, „für die Attribute wie konservativ, freiheitlich und patriotisch mehr sind als leere Worthülsen“. „Nicht willkommen sind uns Sozialisten, Kommunisten, Ökofaschisten und Extremisten – und zwar aus dem linken wie aus dem rechten Lager.“

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