Athen fordert Hilfe mit Flüchtlingen

Athen fordert Hilfe mit Flüchtlingen

Der griechische Vize-Innenminister Giannis Panousis hat nach Medienberichten gedroht, 300 000 bis 500 000 illegale Immigranten in andere europäische Länder weiterzuschicken. Das krisengeschüttelte Griechenland müsse bei der Versorgung der Flüchtlinge stärker von anderen EU-Ländern unterstützt werden, forderte Panousis.

"Ansonsten werden wir 300 000 Immigranten Reisepapiere ausstellen und damit Europa überfluten", zitierte ihn das Magazin "Focus". Im Radio hatte Panousis auch die Zahl von 500 000 Flüchtlingen genannt, die weitergeschickt werden könnten. Panousis hatte auch die Dublin-III-Verordnung der EU als falsch bezeichnet. Die Regelung sieht vor, dass das Land zuständig ist, in das der Asylsuchende zuerst einreist. Das betrifft vor allem Mittelmeerländer.

"Wir kritisieren die Wortwahl der griechischen Regierung, Flüchtlinge dürften nicht als Drohung benutzt werden", sagte der Geschäftsführer von Pro Asyl, Günter Burkhardt. Gleichzeitig forderte er die anderen EU-Staaten auf, das "verarmte Griechenland" mit der Versorgung nicht alleinzulassen. Das Bundesinnenministerium wollte die Äußerungen nicht kommentieren.