Astrid Klug wird SPD-Bundesgeschäftsführerin

Berlin. Eigentlich wollte sie ja gar nichts sagen. Zumal der neue SPD-Vorstand, der erst auf dem Parteitag Mitte November in Dresden gewählt wird, noch zustimmen muss. Aber die Gerüchte, die gestern kursierten, nervten die saarländische SPD-Politikerin Astrid Klug schon ungemein

Berlin. Eigentlich wollte sie ja gar nichts sagen. Zumal der neue SPD-Vorstand, der erst auf dem Parteitag Mitte November in Dresden gewählt wird, noch zustimmen muss. Aber die Gerüchte, die gestern kursierten, nervten die saarländische SPD-Politikerin Astrid Klug schon ungemein. "Ich bin keine Gabriel-Frau", trat sie deshalb gegenüber unserer Zeitung Spekulationen entgegen, der designierte SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel habe sie als künftige SPD-Bundesgeschäftsführerin durchgesetzt.

Die Vermutung liegt erst einmal nahe: Klug war die letzten vier Jahre parlamentarische Staatsekretärin im Bundesumweltministerium. Die 41-Jährige stand also dem damaligen Umweltminister Gabriel eng zur Seite. Es sei aber ein gemeinsamer Vorschlag von Gabriel und der neuen Generalsekretärin Andrea Nahles gewesen, dass sie das Amt übernehme. "Ich freue mich, dass beide das Vertrauen haben. Ansonsten hätte ich es nicht gemacht", so Klug. Nach zwei Legislaturperioden hatte die gelernte Diplom-Bibliothekarin bei der Bundestagswahl ihr Mandat verloren. Der "BGF", wie der Posten im Parteijargon genannt wird, tritt nach außen wenig in Erscheinung. Er muss vielmehr den Apparat nach innen geschickt und kraftvoll aufstellen. Gerade deshalb ist der Job wichtig für die Machtbalance in der SPD-Führungsspitze. Kein Wunder also, dass in den letzten Wochen jede Menge Namen kursierten, wer die Nachfolge von Kajo Wasserhövel antreten werde. Als enger Vertrauter des scheidenden Parteivorsitzenden Franz Müntefering wird Wasserhövel ebenfalls die Parteizentrale wieder verlassen. Vor allem Nahles wurde nachgesagt, sie wolle jemanden vom linken Parteiflügel installieren. Und Gabriel wurde unterstellt, dies unbedingt verhindern zu wollen. Klug will sich in keine der Schubladen stecken lassen: Sie werde den designierten Parteichef und die neue Generalsekretärin dabei unterstützen, "die Partei in die Gesellschaft hinein zu öffnen", sagt Klug. has

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