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Antisemitismus in Deutschland: Zahlen und Fakten

Der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Anitsemitismus (Rias) dokumentiert Vorfälle und unterhält Meldestellen. Laut einem Bericht von Rias wurden im Jahr 2022 2.480 Antisemitismusfälle in Deutschland gemeldet. Damit ging die Zahl der Vorfälle im Vergleich zu 2021 zurück.

Es gab 72 Bedrohungen, 186 gezielte Sachbeschädigungen und 56 Angriffe. Die Fälle der antisemitisch motivierten, extremen Gewalttaten sind 2022 auf neun gestiegen. 2021 lag diese Zahl noch bei sechs und 2020 bei einer Gewalttat. 13 Politiker und Politikerinnen, vier Polizisten und Polizistinnen sowie sechs Journalisten und Journalistinnen wurden Opfer von Antisemitismus.

34 % aller Vorfälle sind antisemitisches Othering. Beim Othering hebt man sich selbst hervor, in dem man andere Menschen als "fremd" beschreibt und stereotypisiert. 31 % fallen unter die Klassifizierung des modernen Antisemitismus. Diese Form des Antisemitismus ist ein grundlegendes Weltbild, in dem Menschen alles, was sie nicht verstehen können oder wollen, durch einen angeblichen jüdischen Einfluss erklären. Die Mehrheit aller Vorfälle fällt unter den Post-Schoah-Antisemitismus mit 51 % (1.256 Fälle). Hierbei werden Juden wegen der Schoah und israel-bezogenen Antisemitismus diskriminiert.

Rias-Vorstand Benjamin Steinitz sieht eine hohe Gefährdung von Jüdinnen und Juden durch hauptsächlich "islamistische und rechtsextreme Akteure".

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