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Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten die KZ-Häftlinge von Auschwitz

Tag des Gedenkens : 75 Jahre seit der Befreiung von Auschwitz

Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten die letzten Häftlinge im Konzentrationslager Auschwitz. Seit 1996 begeht die Bundesrepublik an diesem Tag den Holocaust-Gedenktag. 2006 wurde er auf Beschluss der Vereinten Nationen auch weltweit in den Kalender übernommen.

Auschwitz, das ist der furchtbarste Name, den die deutsche Geschichte kennt. Was zwischen 1940 und 1945 in der größten Menschenvernichtungsanlage der Nazis passierte, hatte die Welt bis dahin nicht gesehen: den industrialisierten Massenmord im Fließbandverfahren. Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten die letzten Häftlinge. Seit 1996 begeht die Bundesrepublik an diesem Tag den Holocaust-Gedenktag. 2006 wurde er auf Beschluss der Vereinten Nationen auch weltweit in den Kalender übernommen.

Bis zu anderthalb Millionen Menschen wurden im Stammlager Auschwitz und den Nebenlagern Birkenau und Monowitz sowie weiteren Nebenlagern ermordet: meist Juden, aber auch Sinti und Roma, Polen oder sowjetische Gefangene. Als sich die Rote Armee im Januar 1945 dem 60 Kilometer von Krakau entfernten Lager näherte, hatte die SS bereits versucht, die Spuren der Vernichtung zu beseitigen. Doch das misslang: Die Sowjets fanden unter dem Schnee nicht nur die Spuren der Krematorien, sondern auch noch sechs Warenlager, in denen sich die Habseligkeiten der Häftlinge stapelten: fast 350 000 Anzüge von Männern und 840 000 Frauenkleider – sowie Berge von Frauenhaar und Zahngold.

Auschwitz war nach Dachau, Sachsenhausen, Buchenwald, Flossenbürg, Mauthausen und dem Frauenlager Ravensbrück das siebte KZ der Nazis. Für ein paar Mark pro Tag wurden die Häftlinge an die Fabrik der IG Farben „vermietet“ – der zynische Schriftzug „Arbeit macht frei“ stand über dem Eingangstor. Fortan kamen immer mehr Gefangene: In das schon für rund 8000 Häftlinge viel zu enge Stammlager wurden bis zu 20 000 Häftlinge gleichzeitig gepfercht. Nach dem Überfall auf die Sowjetunion entstand im wenige Kilometer entfernten Birkenau ein eigenes Kriegsgefangenenlager, für 100 000 Häftlinge. 

Zur Todesfabrik entwickelte sich Auschwitz endgültig ab Herbst 1941, als Hitler mit Blick auf den stockenden Russland-Feldzug und den absehbaren Kriegseintritt der USA immer neue Drohungen gegen die Juden ausstieß. Massenhaft starben die Gefangenen in den Lagern auch an Typhus, Ruhr und Cholera.