Al Qaida bekennt sich zu Anschlagsversuch

Al Qaida bekennt sich zu Anschlagsversuch

Washington/Berlin/London. Das Terrornetz Al Qaida hat angeblich die Verantwortung für den vereitelten Anschlag auf einen US-Passagierjet in Detroit übernommen

Washington/Berlin/London. Das Terrornetz Al Qaida hat angeblich die Verantwortung für den vereitelten Anschlag auf einen US-Passagierjet in Detroit übernommen. Der regionale Zweig der Organisation "Al Qaida auf der arabischen Halbinsel" habe ein entsprechendes Schreiben herausgegeben, zusammen mit einem Bild des Täters Umar Faruk Abdulmutallab, teilte das auf die Auswertung von Botschaften von Terrororganisationen spezialisierte US-Privatinstitut IntelCenter nahe Washington gestern Abend mit. US-Medien zufolge habe die Terrororganisation von Osama bin Laden mit dem Anschlag Vergeltung für Angriffe auf ihre Kämpfer im Jemen üben wollen. Das arabische Land ist nach dem vereitelten Terroranschlag vom ersten Weihnachtstag mehr und mehr ins internationale Rampenlicht gekommen. Der 23-jährige Nigerianer Abdulmutallab, der die Maschine beim Landeanflug auf Detroit in die Luft sprengen wollte, hatte Verbindungen zum Jemen. Die "New York Times" berichtete gestern, die USA hätten im Jemen bereits seit längerem eine neue Front im Anti-Terrorkampf eröffnet. In aller Stille hätten die USA eine verdeckte Operation gegen die dortige Al Qaida begonnen. Unter anderem seien schon seit etwa einem Jahr einige der besten im Anti-Terrorkampf geschulten CIA-Agenten in dem arabischen Land, zum anderen hätten Spezialkommandos mit der Schulung jemenitischer Sicherheitskräfte begonnen. Zudem habe das Pentagon seine Militärhilfe massiv aufgestockt. Der mutmaßliche Attentäter wurde unterdessen aus dem Krankenhaus entlassen und in ein Gefängnis im Bundesstaat Michigan gebracht. Dort soll er am 8. Januar vor Gericht erscheinen. Nach dem vereitelten Terroranschlag von Detroit verschärft die Lufthansa ihre Sicherheitskontrollen für US-Reisende. Die EU ordnet eine Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen auf Flughäfen an. In den USA mehrte sich Kritik an offenbar gravierenden Sicherheitslücken. Ein Lufthansa-Sprecher rief Reisende in die USA auf, früher als sonst zum Einchecken zu kommen und möglichst wenig Handgepäck mitzunehmen. Einzelheiten der verschärften Kontrollen nannte er nicht. Zur Diskussion um den Einsatz so genannter Nacktscanner sagte Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU, Foto: ddp): "Ich gehe davon aus, dass wir noch 2010 die ersten Probeläufe mit Scannern machen können, die in der Lage sind, flüssige oder feste Sprengstoffe zu erkennen, ohne dabei die Intimsphäre der Passagiere zu verletzen." Auch die britische Regierung erwägt, "so schnell wie möglich" Nacktscanner einzusetzen. Bereits vor einem Jahr - damals waren sie schon teilweise in den USA im Einsatz - hatten die Nacktscanner für eine Kontroverse in Berlin und Europa gesorgt. Die EU-Kommission wollte sie zulassen. Wegen des Widerstands im Europaparlament wurde das Vorhaben im Oktober 2008 allerdings abgeblasen. dpa/afp