1. Nachrichten
  2. Politik

4,4 Prozent mehr Gehalt für Saar-Beamte

4,4 Prozent mehr Gehalt für Saar-Beamte

Mit etwas Verzögerung steigen die Bezüge der Saar-Beamten in gleichem Maße wie die Gehälter der Angestellten im öffentlichen Dienst. Darauf einigten sich gestern Regierung und Gewerkschaften.

Die Bezüge der Beamten im Saarland steigen in zwei Schritten um insgesamt 4,4 Prozent. Darauf haben sich Landesregierung und Gewerkschaften gestern geeinigt. Damit überträgt das Land den Tarifabschluss für die Angestellten der Länder, der Ende März erzielt worden war, auf die 17 000 Landes- und 3000 Kommunalbeamte sowie die 12 000 Versorgungsempfänger - allerdings mit einer Verzögerung von zwei Monaten. Dieses Zugeständnis hatte das Land den Gewerkschaften abgerungen. Im Gegenzug sicherte es für 2016 einen Sockelbetrag von 75 Euro für die unteren und mittleren Gehaltsgruppen zu. Das Land kostet die Einigung laut Regierung in diesem Jahr drei Millionen Euro zusätzlich zu den geplanten 8,5 Millionen. 2016 liegen die Mehrkosten bei acht Millionen Euro.

In diesem Jahr steigt die Besoldung der Beamten um 2,1 Prozent. Im kommenden Jahr werden die Bezüge dann um 2,3 Prozent erhöht - jeweils abzüglich 0,2 Prozentpunkten für die Versorgungsrücklage. Der Zeitpunkt der Erhöhung hängt dabei von der Besoldungsgruppe an. Für weniger verdienende Beamte wird sie in diesem Mai sowie im Juli kommenden Jahres wirksam. Besserverdienende müssen je nach Gehalt zwei bis fünf Monate auf die Anpassungen warten. Beamtenanwärter erhalten einen zusätzlichen Urlaubstag sowie ab 1. Juli 2015 und 2016 je 30 Euro mehr Geld.

Vize-Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD ) bezeichnete die Vereinbarung als "sehr gutes Ergebnis". Auch die Gewerkschaftsvertreter zeigten sich zufrieden. "Erstmals seit 2010 haben wir einen Gleichstand mit den Tarifbeschäftigten erreicht", erklärte Ewald Linn, Landeschef des Deutschen Beamtenbundes (DBB). Die Klage, die der DBB angedroht hatte, sei damit vom Tisch.

Der Richterbund wollte dem Angebot noch nicht zustimmen. Landesvorsitzender Werner Kockler bezweifelte die Zulässigkeit der nach Besoldungsgruppen unterschiedlichen Erhöhungszeitpunkte. >