1. Nachrichten
  2. Politik

30 Zivilisten bei Luftangriff getötet

30 Zivilisten bei Luftangriff getötet

Kabul. 99 Tote, darunter 30 unschuldige Zivilisten - das ist nach Angaben aus der von Präsident Hamid Karsai eingesetzten Untersuchungskommission die Bilanz des von der Bundeswehr angeordneten Bombardements zweier Tanklastzüge im nordafghanischen Kundus. Neun weitere Zivilisten seien bei dem Luftschlag am frühen Morgen des 4

Kabul. 99 Tote, darunter 30 unschuldige Zivilisten - das ist nach Angaben aus der von Präsident Hamid Karsai eingesetzten Untersuchungskommission die Bilanz des von der Bundeswehr angeordneten Bombardements zweier Tanklastzüge im nordafghanischen Kundus. Neun weitere Zivilisten seien bei dem Luftschlag am frühen Morgen des 4. September verletzt worden, sagte Kommissionsmitglied Mohammadullah Baktasch gestern in Kabul. Bei dem Angriff seien zudem 69 Taliban-Kämpfer getötet und elf verwundet worden. Das Bundesverteidigungsministerium hatte bisher erklärt, ihm seien keine zivilen Opfer des Bombardements bekannt. Baktasch stellte sich trotz der getöteten Zivilisten vor die in die Kritik geratene Bundeswehr und sagte:"Definitiv sind die Verantwortlichen die Taliban." In einer vergleichbaren Lage hätten "nicht nur die deutschen Truppen, sondern alle Regierungs- und internationalen Truppen so gehandelt", betonte er.SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier will nun die Debatte um den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan vorantreiben. Laut "Spiegel" hat er einen Zehn-Punkte-Plan im Außenministerium erarbeiten lassen, der erstmals Bedingungen für das Ende des deutschen Engagements definiert. Auf ein Datum für einen Abzug wollte sich Steinmeier nicht festlegen. Es sei "sicher nicht ratsam, den terroristischen Kräften aufs Jahr genau anzukündigen, wann kein internationaler Soldat mehr in Afghanistan sein wird", sagte er der Zeitschrift. "Wir waren und sind in Afghanistan, um Terroranschläge auch bei uns zu verhindern. Aber wir wollen nicht auf ewig bleiben". Nun ginge es darum, mit der afghanischen Regierung zu verhandeln, "wie lange unsere und die internationalen Truppen noch da sein müssen, wie viele afghanische Soldaten und Polizisten noch ausgebildet werden müssen, damit sie selbst für Sicherheit sorgen können". Bis 2011 soll laut "Spiegel" in allen 122 Distrikten des von Deutschland kontrollierten Nordens "eine angemessen ausgebildete Polizei" existieren. In der unruhigen Provinz Kundus sollen sofort 1500 zusätzliche Polizisten ausgebildet werden. Für Taliban-Mitläufermüsse es außerdem eine Möglichkeit geben, in die Gesellschaft zurückzukehren.Unterdessen ist noch immer kein vorläufige Endergebnis der Wahl in Afghanistan bekannt. Die umstrittene Wahlkommission (IEC) legte am Wochenende lediglich ein weiteres Teilergebnis vor. Auf Basis von gültigen Stimmen aus 92,8 Prozent der Wahllokale komme Amtsinhaber Hamid Karsai mit 54,3 Prozent weiterhin auf eine absolute Mehrheit. Sein wichtigster Herausforderer Abdullah Abdullah habe 28,1 Prozent gewonnen, teilte die Kommission mit. afp/dpa