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Zahl der Toten in Kairo steigt

Zahl der Toten in Kairo steigt

Kairo. Nach dem Absturz einer Felswand auf ein Armenviertel in Kairo sind weitere Tote geborgen worden. Bis gestern Mittag wurden nach Angaben der Sicherheitskräfte 51 Leichname aus den Steintrümmern geholt. Mindestens 57 Menschen wurden bei dem Unglück verletzt

Kairo. Nach dem Absturz einer Felswand auf ein Armenviertel in Kairo sind weitere Tote geborgen worden. Bis gestern Mittag wurden nach Angaben der Sicherheitskräfte 51 Leichname aus den Steintrümmern geholt. Mindestens 57 Menschen wurden bei dem Unglück verletzt. Es sei mit einem weiteren Anstieg der Opferzahlen zu rechnen, da möglicherweise noch "dutzende" Menschen verschüttet seien, sagte ein Sprecher. Ägyptische Medien spekulierten, unter den bis zu 15 Meter hoch aufgetürmten Steinbrocken seien bis zu 500 Menschen verschüttet. Am Samstag waren in dem Viertel tonnenschwere Felsbrocken abgestürzt und hatten dutzende Häuser unter sich begraben. Nach Angaben des Sprechers könnten sich die Rettungsarbeiten noch über Tage hinziehen. Mühsam räumten Armee und Rettungskräfte enge Durchgänge zwischen den Felsbrocken frei und mussten dabei äußerst vorsichtig vorgehen, um das Geröll nicht weiter zu destabilisieren und neuen Steinschlag auszulösen. Auf einer Breite von rund 60 Metern war der aus Kalkstein bestehende Mokattam-Felsen abgebrochen und aus 15 Metern Höhe auf die Slum-Siedlung Manschijet Nasser herabgestürzt. Nach Angaben von Bewohnern waren schon früher wiederholt kleinere Felsbrocken auf die Siedlung gestürzt, und die Behörden hätten von der Gefahr gewusst. Für die Überlebenden in der Siedlung richtete die Armee in der Nähe ein Zeltlager ein. Doch eine Reihe von ihnen weigerten sich nach Angaben der unabhängigen Zeitung "El Masri el Jom", in das Notquartier umzuziehen. Sie forderten, dass die gesamte Siedlung geräumt wird und sie neue Häuser erhalten. Wie viele Armensiedlungen am Stadtrand von Kairo besteht auch Manschijet Nasser vorwiegend aus zweistöckigen Backsteingebäuden. Die meisten wurden ohne Genehmigung der Behörden errichtet. Hier leben vor allem Lumpensammler, die unter härtesten Bedingungen den Müll der 20-Millionen-Metropole sammeln und verwerten. afp