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Kommentar: Wo zieht der Mensch die Grenze?

Kommentar : Wo zieht der Mensch die Grenze?

Jeder, der mal einen Hund besessen hat, weiß, wie eng die Bindung zu den Vierbeinern sein kann und wie schwer der Abschied. Die Aussicht auf einen fast identischen Nachfolger, eine scheinbare Wiedergeburt, mag oberflächlich betrachtet verlockend erscheinen.

Aber letztlich nährt reiner Egoismus diesen Gedanken, die Selbstsucht des vermeintlichen Hundefreunds, dem es hier nicht um die Tiere geht, sondern um sich. Vor allem verschwendet er offenbar keinen Gedanken an all jene Vierbeiner, die ihr Leben in Labors lassen, um das Klonen ihrer Artgenossen zu ermöglichen. Die Aussicht, besonders gute Spürhunde – wie auch andere Nutztiere – zu klonen, mag ein Argument für eine solche Forschung sein. Aber damit nimmt man der Evolution den Wind aus den Segeln. Die hat Erstaunliches ganz ohne den Menschen geleistet. In der Pflanzenwelt, wo Gentechnik längst eine wichtige Rolle spielt, müssen die Forscher in einem ständigen Wettlauf immer mehr verändern, weil die Natur nachzieht und sich durchsetzt. Warum lässt man sie dann nicht einfach machen? Und wo zieht der Mensch die Grenze? Sooam arbeitet bereits an Mammuts. Da ist es nicht weit her zu fragen: Wann kommt der Mensch? Wann wird Michael Bays dystopischer Science-Fiction-Film „Die Insel“, wo geklonte Menschen als Ersatzteillager dienen, Realität? Nina Drokur