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Wirte warnen: 10 000 Euro für falschen Wiesn-Tisch

Wirte warnen: 10 000 Euro für falschen Wiesn-Tisch

München. Jetzt reicht es den Wiesn-Wirten: Mit juristischen Mitteln wollen sie gegen erfundene Oktoberfest-Reservierungen vorgehen. Immer öfter komme es zu solchen Fällen, sagt Richard Seifert, Rechtsanwalt und Justiziar der Oktoberfestwirte. Die Münchner Polizei ermittelt bereits

München. Jetzt reicht es den Wiesn-Wirten: Mit juristischen Mitteln wollen sie gegen erfundene Oktoberfest-Reservierungen vorgehen. Immer öfter komme es zu solchen Fällen, sagt Richard Seifert, Rechtsanwalt und Justiziar der Oktoberfestwirte. Die Münchner Polizei ermittelt bereits. Gutgläubige Kunden aus aller Welt zahlen bis zu 10 000 Euro, um einen der begehrten Tische im Bierzelt zu ergattern - und stehen dann vor besetzten Bänken. Denn Betrüger haben ihnen Plätze verkauft, die gar nicht reserviert werden können, etwa im reservierungsfreien Mittelschiff. Das Oktoberfest geht in diesem Jahr vom 17. September bis zum 3. Oktober."Wir möchten die Leute warnen, dass sie ein erhebliches Risiko eingehen", sagte Seifert nach einem Treffen bei Wirtesprecher Toni Roiderer über Käufe im Internet. "Die Gefahr ist groß, dass sie auf der Rechnung sitzen bleiben." Denn selbst wenn die Reservierung tatsächlich besteht, aber - oft zum zehnfachen Preis - weiterverkauft wurde, kann der Wirt den Platz stornieren. Die Festleitung kritisiert diese Zweitverkäufe seit langem. Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl sprach schon vor zwei Jahren von einer "gigantischen Abzocke". Die Internet-Preise hätten nichts mit Gemütlichkeit zu tun und schadeten dem Volksfest. "Die Wiesn kommt in Verruf, ein Platz zu sein, wo man gut abzocken kann mit überhöhten Preisen," sagt sie.

Festleitung und Wirte werben seit langem für eine direkte Reservierung beim jeweiligen Zelt: Für einen Verzehrgutschein von 30 und 80 Euro je nach Zelt bekommt der Gast dann auch sein Wiesn-Hendl plus mindestens ein, zwei Maß Bier. Doch diese Reservierungen müssen die Wirte nicht erst im Internet anpreisen. Die Anfragen dafür stapeln sich bei ihnen schon, bevor sie überhaupt ihre jährliche Zulassung für das Fest haben. Die Reservierungsbüros aller Zelte arbeiten nun zusammen - 30 bis 50 Mitarbeiter sind den schwarzen Schafen im Internet auf der Spur. Einige Angebote, die "nicht ganz sauber" seien, habe man schon entdeckt. In begründeten Fällen müsse auch strafrechtlich vorgegangen werden, sagt Seifert. Es seien Ermittlungen im Gange, bestätigte Polizeisprecher Wolfgang Wenger. dpa