Wie Herr Kim den Burger erfand

Wie Herr Kim den Burger erfand

Wer hat das Smartphone erfunden, wer den Hamburger? Glaubt man der koreanischen Propaganda, so stammen die meisten Erfindungen von den „geliebten Führern“ der Kim-Dynastie.

Blickt man vom Westen aus auf Nordkorea, sieht man ein herabgewirtschaftetes Land. Ganz anders die Sichtweise im Land selbst. Hier wird die Führung nicht müde, die eigene Innovationskraft zu betonen. Meist ist es der Einfallsreichtum der Landesführer aus der Familie Kim, die hinter den Entwicklungen stehen soll. Das Fungus-Forschungsinstitut des Landes ist beispielsweise vor zwei Jahren mit einem Sportgetränk aus einem Pilz-Sud an die Öffentlichkeit getreten, der die Leistungsfähigkeit um ein Vielfaches steigern soll. Die jüngste Errungenschaft: ein Kräuterschnaps, der keinen Kater verursacht.

Die Versprechen klingen nicht viel schlechter oder besser als im Westen die Anpreisungen der Werbung - doch einige der angeblichen Durchbrüche sind schlicht unrealistisch. Im vergangenen Jahr erstaunte das rückständige Land die Fachwelt mit der Mitteilung, ein Mittel gegen Ebola, Aids und Mers gefunden zu haben. Hauptbestandteil ist auch hier Ginseng, wie aus dem Bericht der Nachrichtenagentur KCNA hervorgeht.

Die Wundermedizin Kumdang-2 soll die genannten Krankheiten schnell und ohne Nebenwirkungen aus dem Körper vertreiben. Sie sei ebenfalls wirksam gegen Krebs, Tuberkulose und Schwangerschaftsübelkeit. Die Entwicklung durch den Staatsbetrieb Pugang Pharma habe 15 Jahre gedauert.

Den Geschichten in den Staatsmedien zufolge macht erst die Genialität der Führer die überlegene industrielle Stärke Nordkoreas möglich. Jeden Tag laufen in Zeitungen und im Fernsehen Bilder von Kim Jong-un, dem Machthaber seit Ende 2011, wie er Fabriken besucht und andächtig lauschenden Fachleuten Anweisungen für Verbesserungen diktiert.

Auch Kims Vater gilt als großer Erfinder: Der Hamburger, eine ganz neue Spezialität aus Brot und Hackfleisch mit Salatblättern und Soße, war eine Idee des großen Führers Kim Jong-il, hören Korrespondenten bei Besuchen in Nordkorea. Auch der Durchbruch beim Bau einer Wasserstoffbombe, die das Land getestet haben will, geht demnach auf Kim zurück.

Das Land brüstet sich darüber hinaus, einen eigenen Tablet-Computer herzustellen. Chinesischen Experten zufolge ist die Wahrheit prosaisch: Der Staatsbetrieb kauft preiswerte Tablets und Smartphones vom großen Handelspartner China und spielt eine angepasste Android-Version auf.